Karnevalsaktion: Was ist Flirt und was Belästigung?

Veröffentlicht am 1. Februar 2016 unter Karneval News

Alexandre Macieira RioturWas ist Flirt und was Belästigung? Viele Männer scheinen die Grenzen nicht zu kennen. Ein Benimm-Führer und eine Kampagne sollen sie aufklären und für einen sicheren Karneval sorgen. Die Kampagne #CarnavalSemAssédio” (Karneval ohne Belästigung) ist vom Portal “Catraca Livre“ der Zeitschrit “AzMina“ und mehreren Frauenbewegungen ins Leben gerufen worden.

Die Belästigung von Frauen ist beinahe alltäglich, sei es in der U-Bahn, am Arbeitsplatz oder auf den Straßen, da macht auch Brasilien keine Ausnahme. Im Karneval scheinen sich jedoch viele Männer noch stärker zu anzüglichen Bemerkungen und Handlungen animiert zu fühlen. Nur weil so manche Karnevalsschönheit knapp bekleidet ist, gibt das aber keinen das Recht auf Zudringlichkeiten.

“Wir wollen nicht mehr tanzen und dabei nach allen Seiten sehen müssen, ob uns jemand ohne Erlaubnis an den Hintern greifen will“, wird Nana Queiroz in einer Veröffentlichung zitiert. Die Journalistin hat die Zeitschrift „AzMina“ gegründet, die sich investigativem Journalismus, der Kultur und auch der Stärkung der Frauen widmet.

Unterstützt wird das Projekt ebenso vom „Bloco das Mulheres Rodadas“ (übersetzt etwa: Frauen, die schon “die Runde gemacht“ haben). Der Block ist nach einer heftigen Diskussion im Internet kurz vor dem Karneval 2015 entstanden.

Bei der virtuellen Debatte hatten etliche Männer öffentlich die Meinung vertreten, dass sie keine Frau wollten, die bereits Geschlechtsverkehr mit einem anderen hatte. Der Block hat daraufhin mit humorvollen Seitenhieben reagiert.

Vertrieben und publik gemacht werden Broschüre und Regeln “Flirt x Belästigung“ (Paquera x Assédio) über die sozialen Netzwerke. Während den Männern empfohlen wird, diese zu lesen, werden Frauen angehalten in Begleitung am Karnevalstreiben teilzunehmen. Ein aufgezwungener Kuss, eine dumme Anmache oder ein Betatschen sind eine Belästigung lernen die Männer in dem kleinen Benimm-Führer.

Aktionen gibt es ebenso auf Straßen und Plätzen. Unter anderem werden Trillerpfeifen verteilt, mit denen die Frauen auf einen Belästiger aufmerksam machen können.