Eine Handvoll Freunde und “Marchinhas“ sorgen seit 30 Jahren in Manaus für Animation

Veröffentlicht am 31. Januar 2016 unter Karneval News

Eine Gruppe von Freunden war es, die vor 30 Jahren eine der heute traditionellsten Karnevalbands von Manaus gegründet hat, die “Banda da Bica“. Die steht nicht nur für Musik, sondern ebenso für ein Fest und Karnevalsspektakel, das jährlich im Zentrum der Amazonas-Hauptstadt 40.000 bis 50.000 Menschen anzieht und trotzdem als familiär gilt.

Banda da Bica

Angefangen hat alles in der “Bar do Armando“, der Kneipe des Portugiesen Armando Soeiro, der die Band mit seinen Freunden gegründet hat, mit dem Ziel die Tradition der “Marchinhas“ aufrechtzuerhalten. Während anfangs das Fest noch in der Bar für alle Gäste Platz bot, wird heute vor dem Gebäude eine Bühne aufgebaut und auf der Straße gefeiert.

Seit November haben sich die Bandmitglieder und ihre Helfer für das Fest vorbereitet. Das ist zufällig auf den 30. Januar gefallen und stellt gleichzeitig das 30. Jubiläumsjahr der Banda da Bica dar. Wie jedes Jahr wurde auch dieses Mal wieder ein bestimmtes Thema gewählt. Das hat sich auf die Ausweisung der Bar Armando zum Kulturerbe des Bundesstaates bezogen.

“Banda Independente Confraria do Armando“ heißt die Band, genannt wird sie aber kurz “Banda da Bica“. Sie führt die Tradition der “Marchinhas“ fort, eine volkstümliche Musik, die von den 20er bis zu den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts beim Karneval in Brasilien den Ton angab. Zu einfachen und eingängigen Melodien gibt es spritzige Texte mit oft doppelten Sinn.

Viele kommen zum “Bica“ verkleidet. Andere genießen es, die Kostümierten zu beobachten. Begleitet wird das Spektakel mit humorvollen Liedern, Satiren, Bonecos (gigantischen Puppen), Kritik an der Politik und der Königin der Banda da Bica. Mit dabei war dieses Jahr ebenso die Percussiongruppe der Sambaschule Reino Unido da Liberdade.

In den 30 Jahren seit der Gründung ist der Bica lediglich einmal ausgefallen. Im Jahr 2012 wurde angesichts des Gesundheitszustandes von Armando Soeiro auf das Fest verzichtet. Wenige Monate später verstarb der Gründer im Alter von 77 Jahren. Heute wird die Tradition von seiner Familie weitergeführt.