Galo da Madrugada zieht zwei Millionen Menschen auf Recifes Straßen

Veröffentlicht am 15. Februar 2015 unter Karneval News

Galo-da-madrugada_Roberto Pereira-Governo de PernambucoDer größte Karnevalsblock der Welt hat am Samstag (14.) im brasilianischen Recife etwa zwei Millionen Menschen angezogen. Der Galo da Madrugada hat sich dabei so groß wie noch nie präsentiert und mit einigen Überraschungen aufgewartet, wie einer Hochzeit hoch oben auf einem der 30 trios elétricos, den gigantischen Ton- und Musikwagen.

Zum 38. Mal haben bereits ab sechs Uhr morgens die Fans des Galo da Madrugada die Straßen im Zentrum Recifes eingenommen. Für sie war Einiges geboten. Um neun Uhr gab es mit 33.000 Schüssen den offiziellen Auftakt des Blockes. Statt der bisherigen vier allegorischen Wagen wartete der Block dieses Jahr mit sechs Allegorien auf. Sie widmeten sich herausragenden Persönlichkeiten, die damit geehrt wurden, wie dem Schriftsteller Ariano Suassuna und dem Komponisten Carlos Fernando.

Mit dabei waren ebenso zahlreiche Frevo-Gruppen, die entlang der sechs Kilometer langen Umzugsstrecke immer wieder mit ihren Einlagen die Zuschauer begeisterten. Für Stimmung sorgten zudem 30 trio elétricos, die neun Stunden lang unermüdlich ihr Bestes gaben. Viele der etwa zwei Millionen Teilnehmer schlossen sich dem Spektakel in fantasievollen Verkleidungen an. Die waren durchaus auch politisch. Vor allem der Korruptionsskandal des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras diente dabei als Vorlage für die unterschiedlichsten Verkleidungen. Aber auch riesige Mücken reihten sich unter die Karnevalesken, um auf das Problem des Dengue-Fiebers und Chikungunya hinzuweisen. Eng wurde es beinahe überall, ebenso auf der Brücke „Duarte Coelho“, über die das Wahrzeichen des Blockes, der 27 Meter hohe Gockel, wachte.

Ein weiterer Höhepunkt war die Trauung des Sängers Nonô Germano mit Daniela Freire, deren Zeremonie nur eine Minute lang dauerte. Während sie die Ringe tauschten und der Pfarrer ihnen den Segen gab, befeierten tausend Menschen das ungewöhnliche Karnevalsereignis. Das wurde stilecht im Sinne des frevo begangen. So bestand der Brautstrauß nicht aus Blumen, sondern aus den kleinen Frevo-Schirmchen, die natürlich rücklings ins Publikum geworfen wurden.