Karneval 2009 in Brasilien: Der Norden feiert ebenfalls! – Mocidade gewinnt in São Paulo!

Veröffentlicht am 19. Dezember 2009 unter Karneval News

Willkommen zum BrasilienPortal Karneval 2009. Wir berichten live aus Brasilien über die närrische Jahreszeit – aktuell, ausführlich und kompetent. Es ist die vorletzte Folge unserer 10-teiligen Spezialreihe über den Karneval 2009 in Brasilien. Ab Freitag steht dann alle wichtigen Infos und News zudem noch zusammengefasst in einem einzigen SpezialPodcast “Brasil Karneval 2009“ zum Anhören und Herunterladen bereit. Und für alle Brasilien-Karnevalfans gibt es weitere Podcasts zu den Themen “Karneval in Rio“ und “Karneval in Brasiliens Nordosten“. Informationen satt über das spektakulärste Fest der Welt.

norden-feiert-2009Aber nicht nur in den Metropolen des Südostens oder Nordostens war Partystimmung, auch in Manaus im Amazonas wird eifrig Karneval gefeiert. Rund 200.000 Menschen zelebrierten dort den sog. “Carnaboi“, einer Mischung aus Carnaval und dem Festival Boi-bumbá. Die bei dem spektakulären Volksfest in Parintins stets gegeneinander “kämpfenden“ Garantidos und Caprichosos tanzen dabei bereits mittlerweile seit 10 Jahren Seite an Seite. Trios Elétricos fehlen natürlich genauso wenig wie ausgefallene Choreografien und knapp bekleidete Schönheiten. Alleinig die Samba dürfte man vermissen, hat der Amazonas doch seine ganz spezielle Musik.

Ohne Rivalität gemeinsam zu feiern: dies ist das Zeichen, welches der Karneval alljährlich im Norden Brasiliens aussendet. So gibt es keine Kennzeichnung der einzelnen Lager und die zweitägige Feier, die am frühen Mittwochmorgen begann, ist für die Menschen der abgelegenen Region auch aus anderen Gründen sehr wichtig. Denn dadurch soll die von indigenen Einflüssen durchzogene Kultur auch weiterhin allgegenwärtig bleiben.

Bereits geendet hat der Strassenkarneval in São Luis, Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão. 21 Gruppen zogen in der Nacht zum Mittwoch in einer letzten Anstrengung durch die historischen Viertel der Kolonialstadt, Hunderttausende feierten mit. Seit 200 Jahren gibt es dort bereits diese Art von Umzügen, deren Idee in der Reaktivierung der Tanzveranstaltungen des alten Europas lag. Aber auch die afrikanischen “Blocos“ sind dort vertreten. Schliesslich gilt São Luis als das Jamaica Brasiliens und so wurde zum Rastafári genauso getanzt wie zum Reggae oder zu romantischen Klängen. Auch hier hatte die Samba wenig zu melden.

In Salvador da Bahia hat der Carnaval ebenfalls sein Ende gefunden. Mit dem traditionellen Zusammentreffen der gigantischen Trio Elétricos wurde auch gleich auf ein sehr wichtiges Event hingewiesen. “Die Trommeln schlagen für die Fussball-Weltmeisterschaft. Es war ein Karneval der Freude und des Respekts und so wird es auch in Salvador bei der Weltmeisterschaft in Brasilien sein“ erklärte ein Teilnehmer. Die Stadt an der Allerheiligenbucht hat auch tatsächlich sehr gute Chancen, im kommenden Monat von der Fifa als eine der 12 Austragungsstätten benannt zu werden. Ein bisschen Werbung in eigener Sache schadet jedoch nie, besonders wenn die Stadt wie derzeit im Fokus des Medieninteresses liegt.

Eigentlich wollten wir an dieser Stelle über den Rekordversuch von Linda D’Bergamo berichten, die bei mindestens 17 wenn nicht sogar 20 Paraden in São Paulo mitlaufen und sich damit im Guinessbuch der Rekorde verewigen wollte. Doch leider schweigen sich die brasilianischen Medien (noch) aus. Sobald wir etwas darüber erfahren, werden wir sie selbstverständlich umgehend informieren.

Nun aber zu der wahren Schlagzeile des Tages. Sie haben es vielleicht schon am gestrigen späten Abend in den BrasilienPortal News gelesen: die Sambaschule Mocidade hat mit hauchdünnem Vorsprung die diesjährigen Sambaparaden von São Paulo gewonnen. Die nunmehr siebenfachen Titelträger lieferten sich während der Bekanntgabe der Wertungsnoten lange Zeit ein Kopf an Kopf Rennen mit dem Sieger des Vorjahrs, der Sambaschule Vai-Vai. Letztendlich setzte sich die 1967 von drei Brüdern gegründete Schule mit der denkbar knappen Differenz von 0,50 Punkten ab. Endgültige Klarheit über den Sieg herrschte jedoch erst bei der allerletzten Note. Umso ausgelassener feierten dann die Anhänger nach dem Nervenkrimi den Sieg mit 359,25 zu 358,75 Punkten. Rosas de Ouro kam mit 358.25 Punkten auf Rang 3. Die letzten beiden Plätze belegen Nenê Vila Matilde und Unidos do Peruche. Beiden Schulen steigen dadurch in die Grupo Acesso ab. Mehr über die Sambaparade des Siegers inkl. eines eindrucksvollen Videos finden sie wie gewohnt in den BrasilienPortal News.

Soviel für heute vom Karneval in Brasilien – in Zusammenarbeit mit brasilienmagazin.net, dem grossen Brasilien Magazin. Morgen finden sie an dieser Stelle unsere letzte Berichterstattung im Rahmen unseres Karneval Spezial, unter anderem mit dem Ergebnis der Sambaparaden von Rio de Janeiro. Und natürlich mit einigen weiteren interessanten News und Einblicken in den Carnaval do Brasil.