Indios bei Genehmigung zu Goldabbau übergangen

Grafik: Instituto Socioamebiental
Bei der Durchsetzung von Großprojekten wird in Brasilien nicht zimperlich umgegangen. Jetzt hat einmal mehr das Argument des Geldes vor dem Schutz indigener Völker und des Amazonas-Regenwaldes gesiegt. Am Donnerstag (2.) hat die Umweltbehörde des Bundesstates Pará die Genehmigung zur Einrichtung der größten Tageabbau-Goldmine des Landes zugestimmt, mit dem Argument, dass damit Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen würden.

“Volta Grande“ heißt das umstrittene Projekt des kanadischen Unternehmens Belo Sun, das im Munizip Senador José Porfírio am Rio Xingu entstehen soll. Geplant ist ein Tageabbau, bei dem auf der Suche nach dem begehrten Edelmetall täglich 10.000 bis 20.000 Tonnen Erde und Fels bewegt werden sollen, wie es auf der Homepage von Belo Sun heißt.

Umweltschützer, Menschenrechtsorganisationen, Staatsanwälte, indigene Organisationen und Ribeirinhos kämpfen seit Jahren gegen das Projekt. Das soll nur 9,5 Kilometer vom Indioterritorium (TI) “Paquiçamba” und 13,7 Kilometer des Territoriums “Arara da Volta Grande do Xingu” und nahe der TI “Ituna/Itatá” eingerichtet werden.

Letzteres ist Lebensraum von isoliert lebenden Indigenen. Beeinträchtigungen werden deshalb nicht nur für die Umwelt, sondern ebenso für die Ureinwohner Brasiliens und die Flußanlieger (Ribeirinhos) erwartet.

Von der Indio-Behörde Funai wird kritisiert, dass in der vorgelegten Umweltstudie die indigenen Belangen nicht ausreichend erachtet wurde und diese nicht einmal Basisdaten dazu enthält. Vom Instituto Sociambiental wird ähnlich argumentiert. Auch wenn die Internationale Konvention 169 eine Anhörung der direkt Betroffenen vorsieht, seien die indigenen Gemeinschaften nicht gehört worden.

Offiziell heißt es, dass die Goldausbeute für 12 Jahre genehmigt ist, mit anschließend acht Jahren Monitoring. Belo Sun spricht indes schon von 17 Jahren. Pikant ist ebenso, dass das Unternehmen die Genehmigung schon vor dessen Ausstellung auf seiner Homepage bekannt gegeben haben soll.

Munizip und Staat rechnen hingegen mit Millionen von Reais in Form von Royalties und Steuern.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes

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