Neue Fotos von unkontaktiertem Amazonas-Volk, dem Auslöschung droht

Veröffentlicht am 17. November 2016 unter Indio News

Außergewöhnliche neue Luftaufnahmen zeigen eine zeitgenössische unkontaktierte indigene Gemeinde im Amazonasgebiet, in der Schätzungen zufolge 100 Personen leben.

Yano (Gemeinschaftshaus) unkontaktierter Yanomami im Yanomami-Territorium. - Foto: Guilherme Gnipper Trevisan/Hutukara

Yano (Gemeinschaftshaus) unkontaktierter Yanomami im Yanomami-Territorium. – Foto: Guilherme Gnipper Trevisan/Hutukara

Das Dorf liegt im indigenen Territorium der Yanomami im Norden Brasiliens, unweit der Grenze zu Venezuela. Von den schätzungsweise 22.000 Yanomami in Brasilien leben mindestens drei Gruppen ohne Kontakt zu Außenstehenden. Sie sind extrem verwundbar durch Gewalt und eingeschleppte Krankheiten.

Wenn ihr Land geschützt ist, können unkontaktierte Völker gut und erfolgreich leben. Gegenwärtig operieren jedoch über 1.000 illegale Goldgräber in dem Gebiet. Experten befürchten, dass dies einige der bedrohtesten Menschen des Planeten auslöschen könnte.

Bergarbeiter bringen Krankheiten wie Malaria in die Region und verschmutzen Nahrung und Wasserquellen der Yanomami mit Quecksilber, was zu einer ernsten Gesundheitskrise geführt hat.

Davi Kopenawa Yanomami, Schamane und Aktivist der Yanomami, sagte: “Der Ort, an dem die unkontaktierten Indianer leben, fischen, jagen und pflanzen, muss geschützt werden. Die ganze Welt muss wissen, dass sie dort im Wald sind und dass die Behörden ihr Recht dort zu leben respektieren müssen.“

Davi Kopenawa, Präsident der Yanomami-Organisation Hutukara , ist bekannt als der Dalai Lama des Regenwaldes. Einer der Goldgräber erklärte: “Sie sind wie Termiten – sie kommen immer wieder und sie lassen uns nicht in Frieden.“

Die brasilianische Regierung ist verantwortlich für den Schutz des Yanomami-Territoriums. Doch den zuständigen Behörden drohen einschneidende Budgetkürzungen.

Zudem befürworten Politiker dramatische Einschnitte in die Land- und Menschenrechte indigener Völker.

Ein Yano (Gemeinschaftshaus) unkontaktierter Yanomami im brasilianischen Amazonasgebiet, Luftaufnahme von 2016 - Foto: Guilherme Gnipper Trevisan/Hutukara

Ein Yano (Gemeinschaftshaus) unkontaktierter Yanomami im brasilianischen Amazonasgebiet – Foto: Guilherme Gnipper Trevisan/Hutukara

Ohne weitere Unterstützung wird das Team, das für die Yanomami-Region zuständig ist, nicht mehr in der Lage sein, das Gebiet vor Eindringlingen zu schützen. Möglicherweise müsste es seine Arbeit komplett einstellen. Dies könnte für die unkontaktierten Yanomami die Auslöschung bedeuten.

Unkontaktierte Völker sind weder rückständig noch sind sie primitive Überreste aus einer entfernten Vergangenheit. Sie sind unsere Zeitgenossen und ein sehr wichtiger Teil der menschlichen Vielfalt. Wo ihre Rechte geachtet werden, können sie weiterhin gut und erfolgreich leben.

Ihr Wissen ist unersetzlich und hat sich über Jahrtausende entwickelt. Sie sind die besten Wächter der Natur. Und Belege zeigen, dass indigene Gebiete die beste Barriere gegen Abholzung darstellen.

Survival International lehnt Versuche von Außenstehenden ab, sie zu kontaktieren. Dies ist immer fatal und eine Kontaktaufnahme muss ihre alleinige Entscheidung sein. Diejenigen, die in die Gebiete unkontaktierter Völker eindringen, verwehren ihnen die Möglichkeit, sich dafür oder dagegen zu entscheiden.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: „Diese außergewöhnlichen Aufnahmen sind ein neuer Beleg für die Existenz noch weiterer unkontaktierter Völker. Sie sind keine Wilden sondern komplexe und zeitgenössische Gesellschaften, deren Rechte respektiert werden müssen.

Es ist offensichtlich, dass sie erfolgreich leben können, ohne Vorstellungen von „Fortschritt“ und „Entwicklung“ der Außenwelt. Allen unkontaktierten Völkern droht eine Katastrophe, falls ihr Land nicht geschützt wird.

Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um es für sie zu schützen und ihnen die Chance zu geben, ihre eigene Zukunft zu bestimmen.“

PRESSEMITTEILUNG SURVIVAL INTERNATIONAL » Lesen Sie diese Meldung online