Survival verurteilt Schönfärberei von Yanomami-„Massaker“

Veröffentlicht am 6. September 2012 unter Indio News

Survival International kritisiert die Äusserungen von Venezuelas Regierung, mit welchen wiederholt ein Massaker an Yanomami-Indianern durch Goldgräber bestritten wurde. Die Menschenrechtsorganisation für indigene Völker ruft Präsident Chávez zudem dazu auf, alle illegalen Goldgräber aus dem Indianer-Gebiet auszuweisen und vor Ort eine angemessene Untersuchung der Vorfälle einzuleiten.

braz-yano-fw-32_article_columnPräsident Chávez war der letzte in einer Reihe führender Politiker Venezuelas, die darauf beharren, dass es keine Belege für einen Angriff auf Irotatheri gibt, eine abgelegene Yanomami-Gemeinde im Amazonasgebiet an der Grenze zu Brasilien.

Doch selbst die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat nun neben Survival und Indigenen-Organisationen aus Amazonien die Regierung Venezuelas dazu aufgerufen, “eine sorgfältige Untersuchung durchzuführen, um schlüssig zu ermitteln, was vorgefallen ist.”

“Staaten haben unter den internationalen Menschenrechten die Verpflichtung eine rechtliche Untersuchung der schweren Akte der Gewalt durchzuführen, von denen berichtet wurde,” erklärte OAS.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Wenn der Regierung Venezuelas wirklich am Wohl der indigenen Bevölkerung liegt, würde sie etwas unternehmen, um die Goldgräber vom Land der Indianer auszuweisen, anstelle sich zu bemühen, eine gewaltsame Konfrontation von Goldschürfen und Indianern zu leugnen. Die Regierung benimmt sich wie es schon alle Regierungen in Lateinamerika vor ihr getan haben, die die eigene Reputation vor das Leben der indigenen Bevölkerung gestellt haben.”

“Als nächstes werden wir hören, dass wir Teil einer kapitalistischen Verschwörung sind, die die Regierung im Wahljahr destabilisieren will. Genauso wie wir Teil einer linken Verschwörung sind, wenn wir diese Art von Gewalt in konservativ regierten Ländern kritisieren. Indigene Völker wurden jedoch seit Generationen von linken und konservativen Regierungen schlecht behandelt. Präsident Chávez sollte illegale Eindringlinge in indigenen Gebieten in ganz Venezuela ausweisen und in diesem speziellen Fall, in dem von Mord berichtet wurde, sicherstellen, dass es eine unverzügliche und angemessene Untersuchung gibt,” erklärte Corry weiter.

Am Montag veröffentlichte die Coordinación de Organizaciones Indígenas de Amazonas (COIAM) eine Erklärung, in der die Bemühungen um einer Untersuchung gewürdigt werden. Es wird jedoch auch Sorge darüber geäussert, dass das Untersuchungsteam “Irotatheri Shapono, den Ort an dem die berichteten Vorfälle im Juli geschehen sein sollen, nicht erreicht hat.”

Zeugen, die Irotatheri nach dem Übergriff besuchten, berichteten von “verbrannten Körpern und Knochen”.

PRESSEMITTEILUNG SURVIVAL INTERNATIONAL » Lesen Sie diese Meldung online
© survivalinternational.de