Indigene Völker: Die Top 5 Meldungen des Jahres 2008

Veröffentlicht am 19. Dezember 2009 unter Indio News

Berlin, 22. Dezember 2008

SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG
Die wichtigste Nachricht über indigene Völker 2008 war die   Veröffentlichung von Bildern eines unkontaktierten indigenen Volkes an der brasilianisch-peruanischen Grenze, so Survival International.

Die Luftaufnahmen machten auf der ganzen Welt Schlagzeilen und führten sogar zu der irrigen Annahme, dass es sich um eine Falschmeldung handele. Sie waren veröffentlicht worden, um auf illegale Abholzungen aufmerksam zu machen, welche unkontaktierte indigene Gruppen dazu zwingen, von Peru nach Brasilien zu fliehen – wodurch sie zu den, wahrscheinlich weltweit, ersten “unkontaktierten Flüchtlingen“ wurden.

Andere wichtige indigene Nachrichten 2008:

  • Pläne, riesige hydroelektrische Dämme zu bauen, die Dörfer der Penan in Malaysia überfluten würden, sind über das Internet aufgetaucht.
  • Satellitenaufnahmen decken auf, dass das brasilianische Unternehmen Yaguarete Pora illegal in Paraguay Wald zerstört. Der Wald ist einer der abgelegensten Gebiete der Erde – und der Zufluchtsort der unkontaktierten Ayoreo-Totobiegosode Indianer.
  • Das Diamantenunternehmen Gem Diamonds verfolgt weiterhin Pläne, Diamanten in der Kalahari Wüste in Botswana zu fördern, von wo die traditionellen Eigentümer des Landes, die Buschleute, vertrieben worden sind. Gem Diamonds wird von der Regierung unter der Bedingung unterstützt, dass die Buschleute von dem Unternehmen nicht mit Wasser versorgt werden. Für den Wildtierbestand darf das Wasser jedoch benutzt werden.
  • Hunderte Angehörige des abgelegen lebenden Volkes der Dongria Kondh protestierten tanzend gegen das Bergbau-Unternehmen Vedanta. Dieses will auf ihrem heiligen Berg Bauxit, ein Aluminiumerz, abbauen. Die Folgen würden das Ökosystem und die Dongria zerstören. Die Dongria, ausgerüstet mit ihren traditionellen Waffen, zogen singend und tanzend durch die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Orissa.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte: “Für Jahrhunderte war der Umgang mit indigenen Gesellschaften ein verdeckter Genozid. Endlich beginnt die Presse davon zu berichten. Letztendlich wird dies zu der öffentlichen Entrüstung führen, die nötig ist, um diese Verbrechen zu beenden. Die Welt wacht auf, aber es ist noch ein weiter Weg bis indigene Völker nicht mehr als rückständige Primitive angesehen werden, die auf den sogenannten “Fortschritt“ warten, der sie früher oder später zerstören wird.“

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