Bilder unkontaktierter Indigener keine Falschmeldung

Veröffentlicht am 19. Dezember 2009 unter Indio News

Die Britische Zeitung “The Observer” behauptete am 22 Juni, man hätte “aufgedeckt”, dass die unkontaktierte Gruppe Indigener, deren Fotos weltweit Aufmerksamkeit erregten, weder “verloren” noch “unentdeckt” oder “unbekannt” waren.

Andere Zeitungen bezogen sich auf den Artikel und gingen sogar soweit zu behaupten, die Geschichte sei eine Falschmeldung. Die Geschichte ist keine Falschmeldung und niemand, der in die Arbeit zu Schutz der indigenen Gruppen involviert ist hat behauptet, sie seien “unentdeckt”.

Als Antwort auf die Anschuldigungen gab der Direktor von Survival International, Stephen Corry, folgendes Statement heraus:

– Der Artikel im Observer behauptet „aufzudecken“, dass die fotografierte indigene Gruppe weder „verloren“ noch „unbekannt“ war. Tatsächlich haben weder Survival noch die brasilianische Regierung dies behauptet: als Survival die Bilder veröffentlichte, zitierten wir José Carlos dos Reis Meirelles, den brasilianischen Regierungsbeamten, der die Bilder herausgegeben hatte, mit den Worten „Wir haben die Flüge unternommen, um ihre Häuser zu zeigen, um zu zeigen, dass sie dort sind, dass sie existieren“. Genau wie Meirelles angegeben hatte, als die Bilder herausgegeben wurden, hatte man die Territorien der Indigenen bereits seit 20 Jahren beobachtet.

– Diese Indigenen leben in einem Reservat, das speziell für den Schutz unkontaktierter indigener Gruppen ausgewiesen wurde: sie waren also kaum „unbekannt“.

– Ein Blick auf Survivals Veröffentlichungen würde auch “aufdecken”, dass wir seit mehr als zwanzig Jahren für den Schutz der unkontaktierten indigenen Völker in dieser Region Kampagnen durchführen.

“Was dennoch stimmt ist die Tatsache, dass diese Indigenen soweit man weiss noch keinen friedlichen Kontakt mit Menschen von Ausserhalb hatten. Die Veröffentlichung der Fotos hat die peruanische Regierung dazu veranlasst, über ihre Notlage Erkundungen einzuholen. Dies ist ein grosser Schritt, wenn man bedenkt, dass Perus Präsident noch vor wenigen Monaten öffentlich die reine Existenz unkontaktierter Indigener Gruppen angezweifelt hatte.“

Die aktuelle Diskussion sagt mehr über die Einstellung der Medien, als über abgeschieden lebende indigene Völker. Einige Journalisten wollen offensichtlich nicht akzeptieren, dass es tatsächlich eine Vielzahl an unkontaktierten indigenen Völkern weltweit gibt – wir gehen von etwa 100 aus – die nicht “verloren“ sind sondern sich ganz einfach dem Kontakt mit der Aussenwelt widersetzen. Bedenkt man die Massaker und Gräueltaten, die so viele von ihnen erfahren mussten, ist diese Einstellung verständlich.