Brasilianische Indios wollen medizinische Hilfe von Peru erbitten

Veröffentlicht am 19. Dezember 2009 unter Indio News

Manaus, 11. Januar 2008

Wegen mangelnder Gesundheitsfürsorge hat ein ganzer Indianerstamm im äussersten Westen Amazoniens angekündigt, den gleichnamigen Grenzfluss im Vale do Javari zu überschreiten und medizinische Hilfe im Nachbarland Peru zu erbitten. In erster Linie benötigen die Ureinwohner dringende medizinische Versorgung in Bezug auf Malaria. Seit dem 03. Dezember sind dort sieben Indios, darunter fünf Kinder der Krankheit erlegen.

Wie die brasilianische Gesundheitsbehörde Funasa auf Anfrage mitteilte, sei in der Region die Virusinfektion erneut ausgebrochen. Im vergangenen Jahr wurden in dem Gebiet insgesamt 39 Todesfälle von Malaria, Tuberkulose, Meningitis und Hepatitis B und D registriert.

Die Indios wollen den peruanischen Staat bitten, ihnen bei der prekären gesundheitlichen Situation in der Region zu helfen. “Wenn der brasilianische Staat nichts unternimmt, ist es gut, wenn irgendjemand anderes etwas für uns tut. Wir bitten um Hilfe, wir kämpfen um unser Leben wie jeder Mensch. Niemand unternimmt etwas,“ erklärt der Sprecher der dortigen indigenen Gemeinschaft die Situation.

Und die Situation in Vale do Javari ist den brasilianischen Behörden bekannt. Am 15. August vergangenen Jahres wurde dort ein Abkommen unterzeichnet, welches die Massnahmen regeln sollte. Beteiligt an der Vereinbarung waren neben den Ureinwohnern Repräsentanten der Funasa, der Stadtverwaltung von Atalaia do Norte (der nächstgelegenen Gemeinde), sowie der brasilianischen Staatsverwaltung.

In dem Abkommen wurden 18 Punkte festgehalten, welche die Probleme der medizinischen Versorgung in der Region  beseitigen sollten. Zudem sollten bis zum 31. Dezember 2007 vier Gesundheitsposten in der Nähe der Indianersiedlungen errichtet werden. Wie das brasilianische Gesundheitsministerium nun mitteilte, befindet sich ein medizinischer Posten im Bau, die restlichen drei sollen ab Ende Januar errichtet werden. Neben der extremen Verzögerung der Gesundheitsversorgung haben die Gesundheitsbehörden auch entsprechende Untersuchungen über den Gesundheitszustand der Indios noch nicht vollständig abgeschlossen. Dies sollte nach der Vereinbarung jedoch schon am 15. September vergangenen Jahres der Fall sein.

Dietmar Lang für BrasilienPortal