Gesundheitsbehörden wollen Ernährung der Indiovölker untersuchen

Veröffentlicht am 18. Dezember 2009 unter Indio News

Brasília, 19. Dezember 2007

Die nationale Gesundheitsstiftung in Brasilien (Funasa) plant erstmalig eine Studie über die Essgewohnheiten der Indiovölker. In der Studie soll zunächst die Ernährungssituation von Frauen im fertilen Alter (14 bis 49 Jahre) sowie von Kindern unter 5 Jahren untersucht und analysiert werden, um die Gesundheitspolitik für die indigene Bevölkerung entsprechend abstimmen zu können.

Einer der wichtigsten Punkte der Studie ist zu erfahren, welche Unterschiede die indigenen Völker in den verschiedenen Regionen Brasiliens bei der Ernährung entwickelt haben. “Die Gewohnheiten, die Arten der Zubereitung sind unterschiedlich. Es gibt Gemeinschaften, die sind Nomaden, anderen bleiben an einem Ort. Jede Ethnie, jedes Dorf hat ein anderes Verhalten, was Ernährung, Nahrungsmittel und Kultur betrifft“ erklärt Danilo Forte, Präsident der Funasa.

Die Studie, welche umgerechnet 1,4 Millionen Euro kostet, wird zusammen mit der brasilianischen Gesellschaft der Doktoranden im Gesundheitssystem (Abrasco) durchgeführt und von der Weltbank finanziert.

Nach Aussage des Leiters der Gruppe für indigene Gesundheit der Abrasco, Ricardo Ventura Santos wird die Untersuchung nicht nur die Essgewohnheiten und die verwendeten Nahrungsmittel ans Licht bringen, vielmehr können dabei auch die Gründe für gesundheitliche Probleme aufgedeckt werden, mit denen die Gemeinschaften zu kämpfen haben. Seit den 70er Jahren gibt es in Brasilien entsprechende Ernährungsberichte und Forschungen über die Gesamtbevölkerung, allerdings keine ausschliesslich über die brasilianischen Ureinwohner. Lediglich einzelne Ethnien wurden bislang in speziellen Regionen untersucht.

Nun sollen erstmalig alle Völker bezüglich ihrer Gewohnheiten befragt werden und medizinisch untersucht werden. Dazu gehören neben der Feststellung von Grösse und Gewicht auch die Auswertung von Blutproben auf den Hämoglobingehalt und der Abgleich mit Daten der lokalen Gesundheitsbehörden.

Im Januar soll landesweit mit den Erhebungen begonnen werden. Mit ersten Ergebnissen und Auswertungen ist laut den Forschern im Dezember 2008 zu rechnen.

Dietmar Lang für BrasilienPortal