Unkontaktierter Stamm aufgetaucht

Veröffentlicht am 18. Dezember 2009 unter Indio News

Pará, 07. Juni 2007

SURVIVAL INTERNATIONAL PRESSEMITTEILUNG
Es kam letzte Woche zu einer aussergewöhnlichen Begegnung, als plötzlich eine Gruppe von 89 unkontaktierten Indianern in einer Indianergemeinde im brasilianischen Bundesstaat Pará auftauchte. Die Indianer waren, vermutlich auf der Flucht vor Angriffen durch Holzfäller oder Bergarbeiter, fünf Tage lang durch den Wald gewandert. Das Gebiet wurde abgesperrt, um die isolierte Gruppe vor Krankheiten zu schützen, die tödlich für sie sein könnten.

Der erste Kontakt erfolgte Berichten zufolge durch zwei Männer, die vor einem Haus Geräusche machten und von zwei jungen Leuten bemerkt wurden. Die Männer baten um Hilfe. Später kam der Rest der Gruppe aus dem Wald heraus und schlug sein Lager neben dem Dorf auf, wo eine der Frauen ein Kind zur Welt brachte.

Die unkontaktierte Gruppe gehört, wie die Dorfbewohner, zu den Metyktire Indianern. Die Metyktire sind eine Untergruppe des Kayapó-Stammes. Erste Kontakte zu Brasilianern gab es 1950 erstmals Kontakt, aber die Gruppe, die gerade erschienen ist, hatte sich dafür entschieden, isoliert zu bleiben. Viele Metyktire glaubten, dass über die Jahre hinweg alle Mitglieder der isolierten Gruppe gestorben waren.

Nach dem anfänglichen Schock ihre Verwandtschaft nach fünfzig Jahren wieder zu treffen, begann die unkontaktierte Gruppe der Metyktire, überwältigt von Gefühlen, zu tanzen und zu singen. Ihre Lieder wurden aufgenommen und über ein Funksprechgerät anderen Kayapó Gemeinden vorgespielt.

Ein Kayapó- Indianer berichtet, “Ihre Sprache ist viel ursprünglicher als unsere. Als ich sie im Radio sprechen gehört habe, habe ich nicht viel von dem was sie sagten verstanden, aber mein Onkel versteht sie viel besser.“

Der Direktor von  Survival, Stephen Corry, sagte heute, “Es gibt heute auf der Welt mehr als einhundert unkontaktierte Stämme, und viele von ihnen werden von denjenigen, die ihr Land wollen,an den Rand ihrer Existenz gedrängt. Im Laufe der nächsten Woche werden wir zweifelsohne erfahren, was die Metyktire dazu bewegt hat, Kontakt aufzunehmen.“

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