Índios verkaufen ihr Kunsthandwerk ohne Zwischenhändler übers Internet

Veröffentlicht am 18. Dezember 2009 unter Indio News

São Gabriel da Cachoeira, 17. August 2005

Die indigene Gemeinde Pamaáli, die sich im Landkreis São Gabriel da Caocheira im Bundesstaat Amazonas befindet, produziert Körbe aus pflanzlichen Fasern, die in ganz Brasilien verkauft werden. Nur wenige wissen allerdings, dass die Hersteller umgerechnet bislang nur etwa USD 0,40 pro Korb erhielten, während das indianische Kunsthandwerk in den brasilianischen Städten für USD 25,00 pro Stück verkauft wurde.

Dank eines Programms des Ministeriums für Kommunikation ist die Gemeinde nun ans Internet angeschlossen, hat mittlerweile den Wert ihrer Ware entdeckt und die Zwischenhändler ausgeschaltet. Die Differenz vom Verkaufspreis abzüglich der Transportkosten und des Gewinns der Läden bleibt nun in der Gemeinde. Das Regierungsprogramm “Elektronischer Dienst für den Bürger“ (Gesac), das für Gemeinden in entwicklungsbedürftigen Regionen gedacht ist, steht schon für 4 Millionen Brasilianer bereit, die an 3.200 über das ganze Land verteilten Orten über Satelliten schnellste Internetverbindung zur Verfügung haben.

Laut Antônio Albuquerque Neto, der für die digitale Inklusion im Ministerium für Kommunikation zuständig ist, sollen bis zum Jahresende weitere 1.200 Breitbandanschlüsse geschaffen werden. Bislang sind 75% der Anschlüsse in staatlichen Schulen installiert, der Rest in Militärposten, Bürgervereinigungen, Gewerkschaften, Nichtregierungs-organisationen und Telecentern, in denen die Bewohner der Region freien Zugang zu den Computern haben. Die Gesamtinvestition der Regierung für das Programm Gesac beträgt USD 45 Millionen.

Annette Runge für BrasilienPortal