US-Unternehmen wegen Verkaufs von DNA-Proben brasilianischer Índios angezeigt

Veröffentlicht am 18. Dezember 2009 unter Indio News

Brasília, 02. Oktober 2004

Die brasilianische Regierung beschloss gestern einer Anzeige nachzugehen, nach der das amerikanische Biotechnologie-Unternehmen Coriell Cell Repositories Handel mit DNA-Proben brasilianischer Indios der Stämme Karitiana und Suruí aus dem Bundesstaat Rondônia via Internet betreibt. Jede Probe wird über die Website des Unternehmens, http://ccr.coriell.org, für US$ 85,00 verkauft. Der Vorsitzende der Indianerbehörde Funai, Mércio Pereira, bat die brasilianische Bundespolizei um Hilfe bei der Untersuchung des Falles.

Der regionale Verwalter der Funai in Rondônia, Rômulo Siqueira Sá, sagte gestern aus, dass die Indios des Stammes Karitiana bestätigt hätten, vor einigen Jahren von einem Team ausländischer und brasilianischer Forscher besucht worden zu sein, die mehr als der Hälfte aller Stammesmitglieder Blut abgenommen hätten. Das Unternehmen, das daneben auch Proben von Indios aus Ecuador zum Verkauf anbietet, ist nicht zum ersten Mal des illegalen Handels von DNA-Proben brasilianischer Indios angeklagt.

Schon 1996 hatte Coriell Cell Repositories eine ähnliche Anzeige auf seiner Website geschaltet und genetisches Material der Stämme Karitiana und Suruí angeboten. Vor vier Jahren wurden auch Mitgliedern der Yanomamis im Grenzgebiet zu Venezuela Blut abgenommen, das angeblich zu Forschungszwecken verwendet werden sollte. 1999 hatte der amerikanische Psychologie-Professor Stanley Krippner, der in Brasília zeitgleich mit dem Treffen von 40 Stammesoberhäuptern ein Seminar hielt, mit der Veröffentlichung ihres Manifests in den USA auf die Problematik aufmerksam gemacht: “Die Biotechnologie-Unternehmen wollen wissen, warum die Indios gegen Tropenkrankheiten immun zu sein scheinen und wie sie unter den extremen klimatischen Bedingungen leben.

Mit diesen Informationen entwickeln sie Medikamente, die die Abwehrkräfte von Soldaten stärken sollen, die in Teilen der Welt kämpfen, die ähnliche Krankheiten und klimatische Bedingungen haben.“ Das brasilianische Aussenministerium teilte gestern mit, dass es die brasilianische Botschaft in Washington bitten werde, einen Prozess gegen Coriell Cell Repositories zu eröffnen und dafür zu sorgen, dass das Unternehmen die Anzeige aus seiner Website nehme.

Annette Runge für BrasilienPortal