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Trauriger Rekord: In Brasilien sind 2017 über 65.000 Menschen umgebracht worden

Veröffentlicht am 6. Juni 2019 unter Brasilien News

Gewaltverbrechen – Foto: Forance/Fotoilia.com

Die Gewalt hat in Brasilien im Jahr 2017 65.602 Todesopfer gefordert. Die Zahl ist so hoch wie nie. Betroffen ist vor allem die Jugend und Männer mit dunkler Hautfarbe. Spezialisten sprechen von einer “verlorenen Jugend“ und einer “verlorenen Generation“.

Die Daten gehen aus dem am Mittwoch (5.) vorgelegten “Atlas da Violência” (Gewaltatlas) hervor, der vom Forschungsinstitut für angewandte Wirtschaft (Ipea) und dem Forum für öffentliche Sicherheit erstellt worden ist. Er beruft sich auf offizielle Daten vom Gesundheitsministerium Brasiliens.

Erschreckend ist nicht nur die hohe Mordrate von 31,6 pro 100.000 Einwohner, sondern ebenso der hohe Anteil an jungen Menschen. Über 35.000 der 2017 gewaltsam ums Leben gekommenen Männer und Frauen waren lediglich zwischen 15 und 29 Jahre alt.

Die Gewalt spiegelt zudem die enorme soziale Ungleichheit des Landes wieder: 75 Prozent sind Schwarze oder dunkler Hautfarbe. Laut dem Gewaltatlas sind für schwarze Männer mit niedriger Schulbildung und aus den Randgebieten der Städte stammend die Chancen umgebracht zu werden am höchsten.

Verwiesen wird auch auf die zugenommene Zahl der Frauenmorde. Knapp 5.000 Frauen sind 2017 wegen ihres Geschelchts getötet worden.

Etwa 70 Prozent der Opfer sind durch Schußwaffen ums Leben gekommen. Die Zahlen könnten jedoch noch höher liegen. Laut den Forschern hat der Estatuto do Desarmamento (Entwaffnungsgesetz) aus dem Jahr 2003 die bis dahin jährlich um 5,5 Prozent steigende Zahl der Morde gebremst. Zwischen 2003 und 2017 lag sie bei weniger als ein Prozent.

Spezialisten befürchten, dass die tödliche Gewalt durch das von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro erlassene Dekret mit Erleichterungen zum Zugang zu Schußwaffen und dem Tragen von Waffen die Mordrate wieder stärker steigen könnte.