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Rio Doce: 650 Km langer Marsch gegen von Samarco verursachte Schlammkatastrophe

Veröffentlicht am 5. November 2018 unter Brasilien News

Vor exakt drei Jahren ist es durch einen Dammbruch des Eisenerzabbau-Unternehmens Samarco zur bisher größten Umweltkatastrophe Brasiliens gekommen. Immer noch sind viele Fragen offen, wird vor Gericht um Schadensersatz gestritten, leiden viele der direkt und indirekt Betroffenen unter den Folgen.

Drama am Rio Doce – Foto: Fred Loureiro/Secom ES

Als am 5. Novemter 2015 der Damm eines Abraumbeckens der Samarco im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais brach, haben sich über 48 Millionen Kubikmeter Schlamm über das Tal und den Rio Doce ergossen. 19 Menschen kamen ums Leben, ein Dorf wurde unter dem Schlamm gänzlich begraben und über 660 Kilometer des Flusses Rio Doce zerstört.

Mit einem Marsch entlang des Flusses bis zum Meer wollen Betroffene an die Katastrophe erinnern, und auch daran, dass nach wie vor tausende unter Folgen leiden und ebenso tausende von ihnen nicht als Betroffene anerkannt wurden. Geschätzt wird die Zahl auf 30.000 bis 50.000 Betroffene.

Wie viele es genau sind, ist auch nach drei Jahren noch unklar. Auf Antworten warten auch die Indios Krenak, die entlang des Rio Doce leben. Mit dem Schlamm-Tsunami wurde auch ihre Lebensgrundlage zerstört.

Währenddessen kämpfen viele der Flussanlieger mit Atem- und anderen gesundheitlichen Problemen, die durch den Schlamm ausgelöst worden sein sollen. Entfernt wurde kaum etwas von den Schlamm-Massen, wie ursprünglich eigentlich versrpochen. Stattdessen wirbet jeder Wind den eingetrockneten Schlamm erneut auf, sorgt jeder Regen im Fluss für ein erneutes Aufwirbeln.

Auf sich warten lässt ebenso der versprochene Wiederaufbau des ausgelöschten Dorfes Bento Rodrigues. Derzeit heißt es, es soll bis 2020 fertiggestellt werden. Der zivilrechtliche Prozess mit Forderungen für Ausgleichszahlungen in Höhe von insgesamt 155 Milliarden Reais wurde hingegen bis 2020 erst einmal auf Eis gelegt.

Im kriminalrechtlichen Verfahren gegen Samarco und deren Eigner, die brasilianische Vale und die australische BHP Billiton, mit dem die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden sollen, ist ebenso kein Ende in Sicht.

Nicht effizient scheint auch die von Samarco gegründete Stiftung Fundação Renova zu arbeiten, mit deren Hilfe die Wiedergutmachungsprogramme ausgeführt werden sollen. Von den 42 Programmen ist allerdings lediglich ein einziges im vorgeschriebenen Zeitplan, wie es heißt.

Auf all dies und den Umgang mit Umweltverbrechen wollen die Betroffenen mit ihrem Marsch ”Lama do Rio Doce: 3 Anos de Injustiça” (Schlamm des Rio Doce: 3 Jahre der Unrecht) hinweisen. Der hat am Sonntag (4.) begonnen und wird bis zum 14. November dauern.