Pantanal von Unesco als Biosphärenreservat anerkannt

Veröffentlicht am 25. November 2017 unter Brasilien News

Jetzt ist es offiziell. Das Pantanal ist Biosphärenreservat. Nach 17 Jahren ist nun von der Unesco das entsprechende Zertifikat dazu ausgestellt und überreicht worden. Beinahe wäre es dazu nicht gekommen.

Noch zur Jahreswende 2016/2017 stand der Titel mit internationalem Renommee auf der Kippe, wäre dem Pantanal das Biosphärenreservat um ein Haar aberkannt worden.

Pantanal Landschaft – Foto: sabiá brasilinfo

Der Grund dafür war die seit seiner Erteilung zögerliche Unterstützung seitens des brasilianischen Staates. Ein Aktionsplan zum Schutz, zu Studien und zu einer nachhaltigen Entwicklung der größten Feuchtsavanne der Welt ist erst 2016 eiligst vorgelegt worden. Mit dem konnte im Februar dieses Jahres der Unesco-Titel gerettet werden.

Eine weitere Bedingung war die Gründung eines ausführenden Komitees des Reservats. Das ist am 18. Oktober eingesetzt worden und hat seine Arbeit bereits aufgenommen. Ihm gehören die Umweltsekretariate der beiden Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul an, Umweltbehörden, Kultur- und Landwirtschaftssekretariat, die Indiobehörde Funai, Vertreter der Munizipe des Pantanals sowie Vertreter des Wirtschaftssektors, der Wissenschaft und Zivilgeselschaft.

Der Aktionsplan sieht kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vor. Erstellt werden soll unter anderem ein Bestandsplan, vorgesehen ist die Ausweisung von Schutzgebieten und ein Monitoring der sozialen und Umweltbelange.

Umweltsekretariatskoordenator Marcos Antônio Ferreira sieht in der Zertifizierung eine wichtige Anerkennung des Pantanals und hebt die Aufnahme in das weltweite Netzwerk der Biosphärenreservate hervor. Dadurch würden Kooperationen und ein internationaler Austausch erleichtert, wie es in einer Veröffentlichung des Umweltsekretariats des Bundesstaates Mato Grosso heißt.

Die einzigartige Feuchtsavanne erstreckt sich über 624.320 Quadratkilometer und die drei Länder Brasilien, Paraguay und Bolivien. Etwa 62 Prozent von ihm liegen in Brasilien.