Vampir-Fledermäuse bevorzugen europäische Wildschweine

Veröffentlicht am 9. Januar 2017 unter Brasilien News

Desmodus rotundus – Foto: Geza Farkas/Fotolia.com

Europäische Wildschweine sorgen in Brasilien für gewaltige Probleme. Jetzt zeigt eine Studie, dass sie auch zur Vermehrung der Vampir-Fledermäuse beitragen. Deren Biss allein ist zwar nicht tödlich, mit ihm können aber lebensgefährliche Krankheiten wie Tollwut übertragen werden.

Nur drei der von den etwa 1.200 weltweit vorkommenden Fledermausarten ernähren sich ausschließlich von Blut. Alle drei sind auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Am weitesten verbreitet ist Desmodus rotundus.

Sie ist ins Visier der Forscher verschiedener Einrichtungen geraten, wie dem Biowissenschaftlichen Institut der Universität Paulista (Unesp), der Wildlife Conservation Society und dem Zoologischen Museum der Universität Campinas (Unicamp). Die Ergebnisse deren Studie ist im Magazin „Frontiers in Ecology and the Environment“ veröffentlicht worden.

Zwölf Jahre lang hat die Forschergruppe Aufnahmen von selbstauslösenden Kameras ausgewertet. Die über 10.000 Fotos und Videos zeigen die Vampir-Fledermäuse beim Blutsaugen an Rindern, Tapiren, Rehen, Capivaras und eben auch den in den 90er Jahren eingeführten europäischen Wildschweinen und deren Kreuzungen mit Hausschweinen, den Javaporcos. Das Blut der letzteren beiden scheinen sie laut den Forschern besonders zu lieben.

Das Problem ist, dass sich die europäischen Schweine im Pantanal und dem Atlantischen Regenwald immer weiter ausbreiten. Seit 2007 soll ihr Bestand um 500 Prozent zugenommen haben. Die Forscher gehen ebenso durch eine von ihnen verstärkte Vermehrung der Vampir-Fledermäuse aus, was wiederum zur Erhöhung der Tollwutfälle führen kann. Sie sprechen von einer „ernsten Bedrohung“ und fordern die Einführung effektiver Kontrollmechanismen.

2013 hat die Umweltbehörde Ibama die Jagd auf die Javalis freigegeben. Das gilt allerdings nicht für Naturschutzgebiete.