Neue Wege beim Kampf gegen Kahlschläge

Veröffentlicht am 18. Dezember 2016 unter Brasilien News

Brasilien will beim Kampf gegen illegale Kahlschläge neue Wege gehen. Pläne dazu sind von der interministeriellen Arbeitsgruppe zum Kampf gegen die Abholzung bereits verabschiedet worden. Im Mittelpunkt der neuen Maßnahmen stehen der Amazonas-Regenwald und der Cerrado.

Foto: Luciana Macedo/Fotos Publicas

Dass das 2004 eingeführte Programm zur Reduzierung der Waldzerstörung an seine Grenzen gestoßen ist, zeigen die jüngst vorgelegten Zahlen. In zehn Jahren konnte die Kahlschlagsrate im Amazonas-Regenwald von über 27.000 Quadratkilometern im Jahr 2004 auf etwa 5.000 pro Jahr reduziert werden.

Seit 2014 sind die Raten jedoch wieder steigend. Im Untersuchungszeitraum 2015/2016 hat das Raumforschungsinstitut Inpe per Satellitenbildauswertung sogar wieder knapp 8.000 Quadratkilometer kahlgeschlagenen Regenwald registriert.

Weitere Maßnahmen sind aber auch angesichts der beim Weltumweltgipfel eingegangenen Verpflichtungen notwendig, die bis 2030 eine “Null-Abholzung“ vorsehen.

Nach den nun verabschiedeten Plänen wollen die Ministerien die Schutzgebiete stärken und Landrechte regulieren. Vorgesehen ist ebenso ein härteres Vorgehen gegenüber den Verantwortlichen von Umweltvergehen sowie Vorsorgemaßnahmen zur Brandvermeidung. Gesetzt wird zudem auf eine nachhaltige Waldpflege und nachhaltige Wald-Landwirtschaft.

Die vorgesehenen Maßnahmen werden allerdings nicht sofort eingeführt. Umgesetzt werden sollen sie erst in den kommenden Jahren. Als endgültiges Datum wird das Jahr 2020 angegeben. Neu ist, dass sich das Umweltministerium bei der Bekämpfung der illegalen Kahlschläge künftig auf eine beschränkte Nummer von Aktionen konzentrieren will. Erhofft wird sich davon ein effektiveres Vorgehen als vom Gießkannenprinzip.

Positive Auswirkungen werden auch vom „Cadastro Ambiental Rural“ (CAR), über das Grundstücksbesitzer ihre Flächen außerhalb urbaner Siedlungen zentral erfassen lassen und Schutzflächen sowie Biotope ausweisen müssen. Über die deutsche Kreditbank KfW sind für das Kataster bereits 23 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Jetzt ist ein neuer Vertrag für weitere zehn Millionen Euro unterzeichnet worden. Mit dem CAR sollen unter anderem Überlappungen landwirtschaftlicher Flächen mit Wäldern identifiziert werden.