Mysteriöse Geldschwemme in Meeresbucht Rio de Janeiros

Veröffentlicht am 28. November 2016 unter Brasilien News

Seit einer Woche zieht eine besondere Art von “Geldwäsche“ im Stadtteil Urca in Rio de Janeiro Fischer, Taucher, Bewohner und Neugierige an. Dort sind plötzlich auf der Wasseroberfläche zuhauf 50 und 100 Reais Geldscheine geschwommen, was umgehend dutzende “Schatzsucher“ angezogen hat. Woher die Moneten im Meer stammen, ist indes ein Rätsel.

Geldschwemme in der Meeresbucht Rio de Janeiro - Handout Video

Geldschwemme in der Meeresbucht Rio de Janeiro – Handout Video

Wie ein Lauffeuer hat sich die Kunde vom Sprießen der Banknoten verbreitet. Am Sonntag (20.) haben sich die ersten Schatzsucher am Meeresufer in der Südzone Rio de Janeiros eingestellt. Mit und ohne Schnorchel haben sie sich ins Wasser gestürzt, um Geldnoten zu bergen. Auf der Brücke am “Quadrado da Urca“ standen währenddessen Schaulustige und haben die Jäger angefeuert.

Jeder ergatterte und hochgehaltene Geldschein wurde gefeiert. So schnell wie sich die Geldjäger eingestellt haben, sind auch Schatzsucher-Geschichten entstanden. Etwa 45.000 Reais (umgerechnet derzeit etwa 12.670 Euro) will einer der Männer ertaucht haben. Ein anderer erzählt von 10.000 Reais (etwa 2.800 Euro)

Ganze mit Gummibändern zusammengehaltene Bündel sollen gefunden worden sein. Andere haben weniger Glück gehabt, erhaschten am Meeresgrund nur Teile von Geldscheinen, angefressene Banknoten oder gar nichts.

Doch woher kommen die Scheine? Abenteuerliche Spekulationen dazu sind längst aufgetaucht. Ein auf der Flucht gewesener Dieb habe die Tasche mit den Scheinen von der Brücke aus ins Meer geworfen. Ein Koffer sei von einer der nahe ankernden Yachten gefallen. Sind zwei der Versionen.

Andere witzeln, dass es Bestechungsgeld aus dem Korruptionsskandal “Lava Jato“ ist. Weil unlängst Rio de Janeiros Ex-Gouverneur, Sérgio Cabral, im Zusammenhang mit “Lava Jato“ in Untersuchungshaft gewandert ist, haben Anwohner die Brücke bereits “Pier Cabral“ getauft.

Fest steht indes, dass das Geld scheinbar nur wenige, vielleicht zehn Tage im Wasser gewesen ist, wie Spezialisten sagen. Bisher hat niemand einen Anspruch darauf erhoben, wie es von der Polizeidienststelle heißt, die mittlerweile am Ermitteln ist.

So wie es aussieht, handelt es sich bei den Geldscheinen um alte Banknoten, die vor 2010 in Umlauf gekommen sind. Mehr ist bisher über den mysteriösen Geldsegen des Meeres an der Urca nicht bekannt.

Auch wenn die Scheine im Meer mittlerweile rar geworden sind, geben ein paar der “Jäger“ nicht auf. Sie hoffen, auf die Quelle des Schatzes zu stoßen.