Hochhäuser formen grünen Korridor entlang Schnellstraße „Minhocão”

Veröffentlicht am 12. September 2016 unter Brasilien News

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In São Paulo ist am Sonntag der grüne “Minhocão” vorgestellt worden. Dahinter steckt eine aufgeständerte Schnellstraße, die jetzt eine besondere Begrünung erhalten hat. Weil für Bäume der Platz fehlt, sind stattdessen an die Wände der die Straße begleitenden Hochhäusern mit vertikalen Gärten versehen worden. Verbessert werden soll damit nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch die Luft- und Lebensqualität.

Von der Bevölkerung wird die Straße Elevado Presidente João Goulart “Minhocão“ genannt, Riesenwurm. Der wird künftig durch ein belebtes Band ziehen, dem ersten grünen städtischen Korridor der Welt, wie die Organisatoren sagen. Das Grün befindet sich dabei an den toten Wänden, den gigantischen Fassaden ohne Fenster.

Von denen gibt es nach einer Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2013 etwa 500 in São Paulo, knapp hundert von ihnen entlang des “Minhocão”. Sechs der riesigen Wände sind bereits mit hängenden Gärten bepflanzt worden. Weitere vier sollen bis Ende des Jahres folglen. Jede der Fassaden beherbergt verschiedene Pflanzen, je nach Lichteinfall und Ansprüchen.

Darüber hinaus zeichnet für jede Fassade ein anderer Künstler verantwortlich. Sie haben mit dem Grün Bilder “gezeichnet“. Heraus gekommen sind Wände mit verschiedenen geometrischen Mustern und auch eine, die eine von Pflanzen gebildete Fratze zeigt.

Nicht nur ein ansprechenderes Stadtbild ist auf diese Weise entstanden, sondern ebenso eine kleine openair Galerie grüner Gärten. Darüber hinaus sorgen die begrünten Fassaden für ein besseres Klima, filtern Staub aus der Luft, kühlen Gebäude und Umgebung und produzieren Sauerstoff.

In dem Betonmaloch ist dies von besonderer Bedeutung. Die mit den vertikalen Gärten ausgestattete Region gilt zudem als besonders degradiert und mit einer hohen Luftverschmutzung.

Bezahlt worden ist die Installation des Grüns von Unternehmen, die damit ihrer Pflicht von Ausgleichsmaßnahmen nachgekommen sind. Sie werden zudem in den ersten sechs Monaten die Pflege bezahlen. Dann wird die Stadtverwaltung Pflege und Kosten übernehmen.