Hohe Zahl von Bränden: Umweltminister warnt vor Tragödie

Veröffentlicht am 4. August 2016 unter Brasilien News

Foto: Mayke Toscano / GCOM-MT

Foto: Mayke Toscano / GCOM-MT

Jährlich werden in Brasilien hunderte Quadratkilometer von Bränden zerstört. Jetzt hat Umweltminister José Sarney Filho erstmals über die Fernsehmedien öffentlich dazu aufgerufen, Feuer zu vermeiden. Hintergrund dafür ist die Trockenheit, die in etlichen Landstrichen Brasiliens seit Monaten anhält und die Ausbreitung von Bränden begünstigt.

Nach wie vor ist es in Brasilien gängige Praxis, abgeerntete Felder abzubrennen, Weiden mit Hilfe des Feuers zu “säubern“ sowie Kompost, Laub und Abfall einfach zu verbrennen. Vor allem in der Trockenzeit führt dies immer wieder zu Großbränden.

“Die Trockenheit der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass Brasilien in den vergangenen Monaten die größte Zahl an Bränden für diesen Zeitraum registriert hat“, so Sarney Filho in seiner Fernsehansprache. Die eigentliche Trockenperiode beginnt allerdings erst jetzt im August. Befürchtet wird deshalb, dass die Zahl der Brände noch weiter steigen wird.

“Wir laufen Gefahr einer großen Tragödie, da die Brände die Gesundheit, die landwirtschaftliche Produktion, die Trinkwasserversorgung, die Stromverteilung, Boden, Atmosphäre, Fauna und Flora beeinträchtigen“, warnte der Minister. Gleichzeitig hat er die Bevölkerung dazu aufgerufen, Feuer zu vermeiden.

Mit der Kampagne “Nein zum Feuer“ soll auf das Problem aufmerksam gemacht werden. Vorgesehen sind ebenso stärkere Kontrollen und Vorgehen gegenüber krimineller Brandstiftung. Landwirte sollen zudem Orientierungen über die Bodenbearbeitung erhalten.

In ganz Brasilien sind vom Januar bis zum 1. August dieses Jahres vom Raumforschungsinstitut Inpe 47.361 Brandherde verzeichnet worden. Im vergangenen Jahr waren es hingegen 29.701. Besonders stark betroffen sind der Norden mit der Amazonas-Region sowie der Nordosten und Zentrale Westen des Landes.

Laut Inpe entfallen 47,1 Prozent der Brände auf den trockenen Cerrado und 41,3 Prozent auf den Amazonas-Regenwald.