Demonstrationen für und gegen Dilma Rousseff prägen Sonntag vor Olympiade

Veröffentlicht am 1. August 2016 unter Brasilien News

Proteste in Brasila - Foto: José Cruz/Agência Brasil

Proteste in Brasila – Foto: José Cruz/Agência Brasil

Einmal mehr hat die Politkrise Brasiliens für Demonstrationen in etlichen Städten des Landes gesorgt. Genutzt worden ist dabei die angesichts der Olympiade im Land präsente internationale Presse. An der Copacabana in Rio de Janeiro gab es deshalb auch englisch sprachige Transparente, auf denen die endgültige Amtsenthebung der supsendierten Präsidentin Dilma Rousseff gefordert worden ist.

Die großen Massen waren dieses Mal nicht auf den Straßen. Medien berichten von 7.000 Menschen, die an der Copacabana zwischen Touristen und Badenden gegen Dilma Rousseff protestiert und die Verhaftung des Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva gefordert haben.

Gefordert wurde ebenso ein Ende der Korruption. Mit dem Konterfei von Sérgio Moro auf T-Shirts wurde zudem der den Lava-Jato-Prozess leitende Richter Sérgio Moro unterstützt.

Zu Demonstrationen ist es vor allem in den Hauptstädten von 20 Bundesstaaten Brasiliens und dem Hauptstadtdestrikt gekommen. In Brasília sollen 7.000 Menschen vor dem Kongress protestiert haben. In Curitiba sind 20.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Die Proteste vom Sonntag haben sich jedoch nicht nur gegen Rousseff und die Arbeiterpartei PT gerichtet. Etwa 60.000 Demonstranten sind in São Paulo bei einer Kundgebung für die suspendierte Präsidentin und gegen die Interimsregierung Michel Temers gezählt worden.

Die meisten der Proteste sind friedlich verlaufen. Eine Begebenheit in Curitiba zeigt allerdings wie tief der Graben zwischen Befürwortern und Gegnern und wie stark der irrationale Hass ist. Dort musste die Schauspielerin Letícia Sabatella unter Polizeischutz gestellt werden.

Demonstranten hatten sie schwer belästigt und lauthals im niedrigsten Chargon beschimpft. Sabatella hat sich in der Vergangenheit mehrfach gegen eine Amtsenthebung Rousseffs und für die Anerkennung des Volkswillens durch das Wahlergebnis ausgesprochen.