Lateinamerikas schnellster Supercomputer steht wegen hoher Stromkosten still

Veröffentlicht am 24. Juni 2016 unter Brasilien News

Supercomputador Santos DumontDer schnellste Computer Lateinamerikas steht im brasilianischen Petrópolis. Mit ihm sollten eigentliche wichtige Forschungsarbeiten durchgeführt werden. Allerdings verbraucht er so viel Strom, dass das Laboratório Nacional de Computação Científica (LNCC) die Rechnungen nicht mehr bezahlen kann. Statt zu arbeiten steht er deshalb still.

Beinahe eine halbe Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa 135.000 Euro) müssten monatlich für die Stromkosten ausgegeben werden, wäre der “Supercomputador Santos Dumont“ wie vorgesehen im Einsatz. Damit würden allein die Energiekosten bereits 80 Prozent des gesamten monatlich zur Verfügung stehenden Budgets des Labors einnehmen.

In einem Radiointerview hat LNCC-Direktor Augusto Gadelha eingeräumt, dass im Mai die Entscheidung zur Abschaltung des potenten Computers gefallen sei, weil der Eingang der zur Begleichung der Stromkosten notwendigen Mittel nicht gesichert sei.

Dabei könnte der Superrechner helfen, die Wissenslücken beispielsweise zum Zika-Virus zu schließen. Er vereint die Potenz von über 10.000 der neuesten Notebooks.Theoretisch können mit ihm 50 Forschungen gleichzeitig durchgeführt werden. Stattdessen kalkuliert er derzeit lediglich die Datenmengen von einem halben Dutzend Forschungsarbeiten.

Momentan ist das 60 Millionen Reais (etwa 16,2 Millionen Euro) teure Gerät täglich nur vier Stunden im Einsatz. Die restliche Zeit des Tages steht es hingegen im Stand-by. Doch selbst im Stand-by verursacht das erst seit Januar dieses Jahres funktionsbereite Gerät Energiekosten in Höhe von 280.000 Reais (etwa 75.000 Euro). Sollte es ganz abgestellt werden müssen, befürchten die Forscher jedoch Schäden und erhöhte Wartungskosten.

Vom Wissenschafts- und Technologieministerium heißt es in einer Bekanntgebung, dass für dieses Jahr im Haushaltsplan 8,12 Millionen Reais für das LNCC eingeplant seien. Darüber hinaus werde die Möglichkeit eines weiteren Zuschusses in Höhe von 4,65 Millionen Reais derzeit analysiert.