Brasilianer bevorzugen Bibel als Lektüre

Veröffentlicht am 20. Mai 2016 unter Brasilien News

Buecherladen_Jose Cruz Agencia BrasiDie Bibel ist das meistgelesene Buch Brasiliens. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Institutes Pró-Livro (IPL). Aus dieser geht ebenso hervor, dass 56 Prozent der Bevölkerung sich selbst als regelmäßige Leser von Büchern einstufen. In den Bibliotheken hat indes die Zahl der Ausleihen zugenommen.

Als regelmäßige Leser werden vom Institut diejenigen eingestuft, die in den vergangenen Monaten mindestens ein Buch gelesen haben. Von den Ende 2015 über 5.000 Befragten gaben dies 56 Prozent an. Im Jahr 2011 waren es 50 Prozent.

Im Durchschnitt greifen die Brasilianer allerdings lediglich zu 4,94 Büchern im Jahr und davon werden nur 2,53 vom Anfang bis zum Ende gelesen. Die Studie zeigt auch, wie stark der Einfluss der Kirchen ist.

An erster Steller der in den drei Monaten des Befragungszeitraumes gelesenen Bücher steht die Bibel. Sie wird von 42 Prozent der Befragten als Hauptlektüre angegeben und gewinnt vor allen anderen Büchern in sämtlichen Kategorien. Eingestuft wird sie ebenso als markantestes Buch.

Gefolgt wird die Bibel von ”Die Schuld der Sterne” von John Green, “Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ von William P. Young und ”Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Allerdings werden Romane und Fiktion nur von 22 Prozent bevorzugt. Didaktische und Lehrbücher werden von 16 Prozent regelmäßig gelesen und Kinderbücher von 15 Prozent.

Laut Studie haben 74 Prozent im Zeitraum der fraglichen drei Monate kein einziges und 30 Prozent noch nie in ihrem Leben ein Buch gekauft, was angesichts der verhältnismäßig hohen Preise nicht verwunderlich ist. Stärker genutzt werden Bibliotheken. Sie werden von 19 Prozent der Befragten besucht, während es 2011 nur zwölf Prozent waren.

Die Literatur steht allerdings auch erst an zehnter Stelle bei der Frage, mit welcher Aktivität sie eine freie Zeit gestalten würden. 28 Prozent haben zudem angegeben, dass sie das Lesen nicht mögen, 13 Prozent haben keine Geduld dazu und zehn Prozent bevorzugen andere Aktivitäten.