Polarmassen sorgen für abrupten Wintereinbruch und Schnee im Süden Brasiliens

Veröffentlicht am 30. April 2016 unter Brasilien News

In Urupema- SC- war es gestern Abend  -4ºC. Foto: Marília Sutil/ Prefeitura de Urupema

In Urupema (SC) war es gestern Abend -4ºC.
Foto: Marília Sutil/ Prefeitura de Urupema

Brasilien ist fest im Griff einer Polarluftfront. Im Süden des Landes hat der Reif die Landschaft weiß gekleidet und in der Bergregion Santa Catarinas hat es geschneit. Ihre Wolljacken aus dem Schrank holen musste auch die Bevölkerung Rio de Janeiros und selbst in der Amazonas-Region sind empfindliche Temperaturstürze verzeichnet worden.

Vor wenigen Tagen noch war die Wetterkarte Brasiliens von Höchsttemperaturen von über 30 Grad gekennzeichnet, während diese nun in etlichen Regionen extrem abgesunken sind. Selbst Meteorolgen zeigten sich erstaunt über den schnellen Temperaturwechsel. Sie sprechen mittlerweile von ausgedehnten polaren Luftmassen.

Betroffen davon ist vor allem der Süden, Teile des Südostens und des zentralen Westen Brasiliens. Zum Teil wurden bereits Rekord-Tiefsttemperaturen erreicht. In São Paulo wurden lediglich vor 45 Jahren an einem 29. April geringere Höchsttemperaturen verzeichnet. Dort erreichten sie am Nachmittag gerade einmal kühle 16,5 Grad. In Rio de Janeiro sank die nächtliche Temperatur auf 15,9 Grad ab, während tagsüber bis zu 24 Grad registriert wurden.

Die Stadt am Zuckerhut und die Küste des Südostens ist derzeit zusätzlich von einem extremen Wellengang und Windböen gekennzeichnet. Die am Strand in Barra da Tijuca Rio de Janeiros aufgebauten Anlagen für den Welt Surfkontest wurden dabei von den bis zu fünf Meter hohen Wellen zerstört. In anderen Bereichen hat das Meer die Strandpromenade überflutet.

Eisig geworden ist es im Süden des Landes. Eiszapfen und Raureif haben Teile der Landschaft Santa Catarinas, Rio Grande do Suls und Paranás in eine Winterszene verwandelt. In allen drei Bundesstaaten sind in verschiedenen Munizipen Minusgrade registriert worden. In São Joaquim gab es zu -2,9 Grad noch ein leichtes Schneetreiben.

Für Abkühlung hat die Polarluft ebenso in der Amazonas-Region gesorgt. Im Süden des Bundesstaates Amazonas haben die nächtlichen Temperaturen teilweise nur 15 Grad erreicht. Immerhin sind die Quecksilbersäulen dort jedoch tagsüber auf 24 bis 27 Grad geklettert.