Schwermetalle in Fischen vor Küste Espírito Santos

Veröffentlicht am 3. April 2016 unter Brasilien News

Nach einer Studie des brasilianischen Umweltinstitutes ICMBio sind Meer und Fische vor der Küste Espírito Santos mit Schwermetallen belastet. Untersucht worden ist die Region um die Einmündung des Rio Doce, in dem sich beim Dammbruch des Eisenerzabbauunternehmens Samarco eine Schlammlawine von über 60 Millionen Kubikmetern ergossen hat.

Foto: Betina Carcuchinski / PMPA

Foto: Betina Carcuchinski / PMPA

Nachgewiesen wurden bei verschiedenen Fischarten und Garnelen unter anderem erhöhte Werte von Blei, Cadmium und Arsen. Besonders belastet ist laut Studie der Edelfisch „Linguado“ (Seezunge). Alle 14 Proben haben bei Cadmium und Blei Ergebniss über den zulässigen Grenzwerten aufgewiesen. Zwölf der Linguado-Proben waren zudem erheblich mit Arsen belastet.

Untersucht wurden ebenso Garnelen und weitere Fischarten. Auch sie weisen laut Studie “Warnwerte“ auf. Die Proben stammen nicht nur von der unmittelbaren Umgebung der Einmündung des Rio Doce, sondern ebenso von Banco de Abrolhos, in der Schutzeinheit Costa das Algas und dem Refúgio da Vida Silvestre de Santa Cruz.

Vermutet wird, dass die erhöhten Schwermetallwerte auf den Dammbruch vom 5. November im vergangenen Jahr zurückgehen. Ob die Schwermetalle in dem aus dem Rückhaltebecken freigesetzten Eisenerzschlammm mitgeführt wurden oder nicht, ist noch unklar.

Eine der Hypothesen ist, dass die Schwermetalle schon im Bett des Flusses abgelagert waren und durch die Wucht der Schlammlawine mitgerissen worden sind. Die hat sich beinahe über 600 Kilometer hinweg von der Stelle des Dammbruchs bis ins Meer ihren Weg gebahnt.

Sowohl entlang des Flusses als auch in Bereichen nördlich und südlich der Flussmündung ist das Fischen bereits seit November verboten. Angesichts der Proben empfiehlt das Staatsministerium jedoch den Bereich des Fischverbots auszuweiten. Angeordnet hat es zudem eine sofortige Veröffentlichung der Studienergebnisse in den verschiedensten Medien.

Vom Eisenerzabbauunternehmen Samarco wurde hingegen verlautbart, dass es sich bei den vorgelegten Daten bisher lediglich um vorläufige Ergebnisse handle. Darüber hinaus führt das Unternehmen eigene Untersuchungen durch.