Brasilien richtet ersten schwimmenden Photovoltaikpark ein

Veröffentlicht am 5. März 2016 unter Brasilien News

PhotovoltaikanlageBrasilien will seine Stauseen nicht nur für die Wasserkraft, sondern ebenso für die Solarenergie nutzen. Entwickelt worden sind dazu schwimmende Photovoltaikanlagen. Im Stausee vom Wasserkraftwerk Balbina nahe Manaus soll eine Fläche von 50.000 Quadratmetern mit ihnen ausgestattet werden, um mit Hilfe der Sonne zusätzliche Energie zu gewinnen.

Bei der Einweihungszeremonie des Pilotprojektes am Balbina-Stausee hat Energieminister Eduardo Braga die Vorteile der kombinierten Stromgewinnung hervorgehoben. Die auf schwimmenden Basen installierten Photovoltaikanlagen sollen die bereits vorhandene Infrastruktur zur Einspeisung des Stroms ins Netz benutzen. Gelöst wird damit ein Problem, das bei anderen Großanlagen von Solarparks für zusätzliche Kosten sorgt.

Noch soll der Prototyp für Analysen dienen. Doch ist letztlich eine Fläche von fünf Hektar geplant. Laut Braga ist dies die erste in einem Stausee schwimmende Photovoltaikanlage.

Für Balbina bedeutet das Projekt eine besondere Aufwertung. Der in den 80er Jahren angelegte 2.360 Quadratkilometer umfassende Stausee gilt bisher als eine der großen Umweltsünden im Energiebereich. Im Vergleich zu seiner Größe ist die Kapazität des Wasserkraftwerkes mit 250 Megawatt gering. Hinzu kommt, dass zum Großteil tatsächlich nur wenig mehr als 100 MW Strom produziert werden.

Bei der Anlage des gigantischen Stausees mitten im Amazonas-Regenwald sind zudem die damals dort vorhandenen Bäume nicht gefällt und entfernt worden. Ihre Verwesung sorgt noch heute für die Freisetzung von Methangas und trägt somit zum Treibhauseffekt bei.

Ein zweiter schwimmender Photovoltaikpark soll im Bundesstaat Bahia im Stausee des Wasserkraftwerkes Sobradinho angelegt werden. Die Pläne des Energieministeriums sehen eine Kapazität von fünf MWp vor. Geplant sind Investitionen durch die beteiligten Betreiberunternehmen in Höhe von knapp 100 Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa 24,4 Millionen Euro). Sie sollen bis Januar 2019 eingebracht werden.