Rio de Janeiro verzeichnet 2015 weniger Morde

TatortNachdem in den vergangenen Jahren die Zahl der gewaltsam ums Leben gekommenen Menschen in Rio de Janeiro traurige Rekorde erreicht hat, ist sie 2015 um 15 Prozent gesunken. Allerdings haben im vergangenen Jahr dennoch 5.006 Menschen durch Gewalttaten ihr Leben verloren, wie aus dem am Dienstag (19.) vom Institut für öffentliche Sicherheit vorgelegten Bericht hervorgeht.

Die Zahlen beziehen sich auf den Bundesstaat Rio de Janeiro, der flächenmäßig etwa der Schweiz entspricht. Verglichen mit der Zahl der Einwohner sind in ihm im vergangenen Jahr pro 100.000 Einwohner über 30 Menschen durch Mord, Raubmord, an den Folgen von Körperverletzung und bei Polizeieinsätzen gestorben. Allein die Mordrate liegt bei 25,4 pro 100.000 Einwohner. Von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird indes ein Index von über zehn pro 100.000 Menschen bereits als epidemisch angesehen.

Eine Abnahme von 800 wurde bei der Zahl der Vergewaltigungen in den 92 Munizipen des Bundesstaates verzeichnet. Dennoch waren es 5.676 und damit etwa 15 Vergewaltigungen pro Tag.

Bei den Diebstählen wird die Entwendung von Handys hervorgehoben. Bei ihnen wurden 2015 über 4.000 Fälle mehr registriert als 2014. Anders sieht es bei Überfällen auf Fußgänger, Rad- und Autofahrer aus. Deren Zahl wird mit 65.000 angegeben, 15.000 weniger als 2014. Statistisch gesehen sind dies jedoch immer noch 178 Überfälle pro Tag. Damit kommt es in etwa alle acht Minuten zu einem Diebstahl auf den Straßen und Plätzen der Städte Rio de Janeiros.

Während weniger Menschen durch Zivilisten getötet wurden, ist die polizeiliche Gewalt gestiegen. Bei ihren Einsätzen sind 2015 m Bundesstaat Rio de Janeiro 644 Menschen ums Leben gekommen. 2014 waren es 584. Zugenommen hat jedoch ebenso die Zahl der im Dienst getöteten Polizisten, von 18 auf 26.

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AutorIn: Gabriela Bergmaier Lopes · Bildquelle: duesselmax / Fotolia.com

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