Dammbruch: Fotograf rettet Geschichte der Bewohner des zerstörten Dorfes

Veröffentlicht am 25. Dezember 2015 unter Brasilien News

Am 5. November haben beim Dammbruch eines Eisenerzabbau-Unternehmens hunderte Menschen all ihr Hab und Gut unter einer Schlammlawine verloren. Jetzt hat ein Fotograf sie mit einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk bedacht. Er hat seine Archive durchforstet und Abzüge von Bildern von Hochzeiten, Familienfesten und anderen Anlässen der betroffenen Menschen in Alben zusammengestellt und ihnen diese überreicht.

Fotos Marianna

Etwa 55 Millionen Tonnen Schlamm haben sich über Bento Rodrigues, ein Dorf im Außenbezirk des Munizips Mariana, ergossen und alles unter sich begraben. Getötet wurden dabei 17 Menschen, zwei gelten nach wie vor als vermisst. Auch durch Barra Longa, Águas Claras, Ponte do Gama, Paracatu und Pedras hat sich der Schlamm aus dem Eisenerzabbau gewälzt.

Im Fluss Rio Doce ist auf einer Strecke von beinahe 700 Kilometern alles Leben abgetötet worden. Über 40 Städte in zwei brasilianischen Bundesstaaten waren und sind teilweise noch indirekt durch das verschmutzte Wasser betroffen. Die Rede ist von der größten Umweltkatastrophe Brasliens.

Die Zahlen geben allerdings kaum das Leid der Familien wieder, die durch den Dammbruch alles verloren haben. In ganz Brasilien hat eine Welle der Solidarität für Sachspenden gesorgt. Mittlerweile haben sich auch auf Druck eines Gerichtes die Betreiberfirma Samarco und ihre Eigner, die brasilianische Vale und englisch-australische BHP Billiton bereit erklärt, sofortige Entschädigungssummen zu zahlen. Die beinhalten jedoch längst nicht die bei der Katastrophe verloren gegangenen Andenken und Geschichten der Menschen.

Ein bißchen davon zurück gebracht hat nun Élcio Rocha. Fotos, die er aus dem Schlamm gezogen hat und auch Fotos aus seinem Archiv hat er am Mittwoch (24.) als Weihnachtsmann verkleidet den einstigen Bewohnern Bento Rodrigues übergeben. Sie zeigen den bereits verstorbenen Großvater, die Mutter, die Kinder und Enkelkinder, Hochzeiten, die Kirche und das Dorf, wie es einmal war. Das wichtigste an ihnen ist aber, dass sie ein paar Erinnerungen an bessere Zeiten und die Geschichte der Menschen zurückbringen.