Brasilien steht kurz vor der Zulassung seines eigenen Impfstoffes gegen Dengue

Veröffentlicht am 12. Dezember 2015 unter Brasilien News

Scientist holding a petri dish with virus cells

Foto: Andrey Burmakin – Fotolia.com

Nachdem Mexiko als erstes Land einen Impfstoff gegen Dengue zugelassen hat, bahnt sich nun auch in Brasilien ein Durchbruch an. Von der Aufsichtsbehörde Anvisa ist am Freitag (11.) für einen in Braslien entwickeltes Serum die Durchführung von Tests an Freiwilligen genehmigt worden. Jetzt werden 17.000 Frauen, Männer und Kinder gesucht, die sich für die Testreihe zur Verfügung stellen.

Die ersten Testreihen zu dem am brasilianischen Butantan-Institut in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Gesundheitsinstitut NIH entwickelten Impfstoff sind bereits im Juni abgeschlossen worden. Auch der Beginn der letzten Testphase mit Freiwilligen wurde von dem Institut bei den Behörden schon im April beantragt. Seitdem musste sich die renommierte Forschungseinrichtung allerdings im Warten auf die Antwort der Ethik-Kommission Brasiliens üben. Die hat nun grünes Licht gegeben.

Das Serum des Butantan-Institutes soll gegen die vier verschiedenen Dengue-Formen wirksam sein. Unter Laborbedingen wurde dies bereits nachgewiesen. Jetzt soll seine Effektivität an Menschen erforscht werden, die sich dazu freiwillig melden. Bisher gibt es allerdings keine Aussagen darüber, wann diese letzte Etappe vor einer Marktzulassung abgeschlossen sein wird.

Die Zulassung eines Impfstoffes ist bei der brasilianischen Anvisa ebenso von einem französischen Unternehmen beantragt worden. Allerdings wird diesem nur eine Wirksamkeit von 66 Prozent zugeschrieben, was von Spezialisten als zu gering erachtet wird.

Mit dem Durchbruch einer wirksamen Dengue-Impfung wird allerdings nur eins der Probleme gelöst, für welche die Tigermücke (Aedes aegypti) sorgt. Sie ist ebenso Überträger von Chikungunya und dem Zika-Virus. Letzterer wird für die hohe Zahl von Mikrozephalie bei Neugeborenen verantwortlich gemacht, die derzeit vor allem im Nordosten des Landes registriert werden.