Schweizer setzen sich in Brasilien für ein Meer ohne Müll ein

Veröffentlicht am 11. November 2015 unter Brasilien News

“Race for Water Odyssey“ lautet der Titel einer Initiative, bei der Schweizer Forscher die Wege des Mülls im Meer verfolgen. Der in Frankreich gestartete Forschungs-Catamaran hat nun auch Halt in Rio de Janeiro gemacht und damit die Kampagne “Mar Sem Lixo, Mar da Gente“ (Meer ohne Müll, Meer der Leute) eingeleitet, die neben Vorträgen und Konferenzen ebenso einen Stand-Up-Paddle-Wettbewerb zum Einsammeln von Müll umfasst.

Mar Sem Lixo-Mar da Gente

Etwa 32.000 nautische Meilen hatte das Forschungsteam bei ihrer Expedition auf den Ozeanen der Welt bereits zurückgelegt, bevor es am 5. November in Rio de Janeiro eingetroffen ist. Festgestellt haben die Schweizer dabei, dass 80 Prozent des Mülls im Meer aus Plastik besteht. Nach Schätzungen werden jährlich 250 Millionen Tonnen Plastik produziert, zehn Prozent davon landen im Meer.

Niterois Vize-Bürgermeister Axel Grael kritisierte beim Auftakt der Kampagne “Mar Sem Lixo, Mar da Gente“, dass die brasilianische Industrie nicht ernsthaft an einem Recycling-Modell zur Wiederverwendung des Plastiks interessiert sei. Die Folge davon ist, dass Tonnen von PET-Flaschen der Erfrischungsgetränke in den Flüssen und letztlich ins Meer gelangen. Sie und anderer Müll sorgen seit Jahren in der Guanabara-Bucht für Probleme. Anlieger der Bucht sind mehrere Munizipen, unter ihnen Niteroi und Rio de Janeiro.

Allein aus dem Wasser der Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro ziehen zehn Ecoboote monatlich 45 Tonnen Müll. Während des Testevents im August für die Olympischen Spiele wurden sogar 28 Tonnen in nur einer Woche eingesammelt. Neben der Verschmutzung sorgt der Müll zudem für das Verenden von Meerestieren, wie den Seeschildkröten. Brasilianische Untersuchungen von verendeten Meeresschildkröten zeigen, dass viele von ihnen Plastik im Magen haben. Unter anderem werden Plastiktüten für Quallen gehalten und verschluckt.

Der Müll ist jedoch keineswegs eine stationäre Angelegenheit. Wie die Schweizer Forscher bereits nachgewiesen haben, wird er über die Meeresströmungen in alle Winkel der Ozeane getragen.