Tukan erhält künstliche Schnabelprothese

Veröffentlicht am 4. August 2015 unter Brasilien News

Ein Tukan mit gebrochenem Schnabel hat keine allzu großen Überlebenschancen. Um einem Verletzten Tukan aus der Klemme zu helfen, hat ein brasilianisches Team ihm deshalb einen künstlichen Schnabel verpasst. Im Einsatz waren dabei Designer, Techniker, Tierärzte und ein 3D-Drucker. Die Operation mit der 3D-Prothese gilt dabei als Premiere.

tukano

Tukane sind zwar scheue, aber dennoch neugierige Tiere. In besiedelten Gebieten haben sie allerdings oft das Nachsehen. Einem tucano-de-bico-verde (Grünschnabeliger Tukan) ist ein mehrstöckiges Gebäude zum Verhängnis geworden. An einem seiner Fenster hat er sich seinen großen Schnabel gebrochen. In der Natur würde das den Hungertod bedeuten.

Doch ein interdisziplinäres Team mit mehreren Tierärzten und Spezialisten hat sich dem gefiederten Tier angenommen. Nachdem der erste Transplantationsversuch mit einem Schnabel eines verstorbenen Tukans fehlgeschlagen war, haben sich die Tukanfreunde für eine künstliche Prothese entschieden, die genau auf ihren gefiederten Freund angepasst sein sollte.

Zwei Wochen lang studierten sie das Vorhaben, vermaßen den verbliebenen Schnabelrest des Tukans, fütterten Computerprogramme mit den Daten und entwarfen auf dem Bildschirm einen dreidimensionalen Schnabel. Der wurde mit einem 3D-Drucker schließlich in die Realität umgesetzt. Nach einer einstündigen Operation saß die Prothese aus einem PLA-Kunststoff und Maisauszügen fest am Rest des Schnabels des Tukans. Der Kunststoff muss dabei mehrere Voraussetzungen erfüllen, leicht und dennoch hart sein.

Laut den Tierärzten hat damit zum ersten Mal ein Tukan eine künstliche Schnabelprothese erhalten, auch wenn es in anderen Ländern schon Studien und Pläne dazu geben soll. Dem Tukan selbst ist das Einerlei. Er hat sich schnell an seinen neuen Schnabel gewöhnt und kurz nach dem Eingriff bereits mit seinem neuen Schnabel im Fressen gepickt.