Bestände der Meeresschildkröten vor Küste Brasiliens wieder am wachsen

Veröffentlicht am 9. Juni 2015 unter Brasilien News

Hawksbill Sea Turtle on coral reefDer Bestand der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten ist in Brasilien wieder am Steigen. Gefeiert wird der Erfolg vor allem vom Projekt Tamar, mit dem Aktiv zum Schutz dieser gefährdeten Tiere beigetragen wird. Nach der Auswertung der neuesten Statistiken ist bei fünf verschiedenen Arten von Meeresschildkröten eine Erhöhung der Population festgestellt worden.

Nach Angaben des Ozeanographen und Tamar-Koordenators Guy Marcovaldi hat sich der Bestand der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta), der Echten Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata), der Grünen Suppenschildkröte (Chelonia mydas), der Oliv-Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea) und der Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) in den vergangenen fünf Jahren um 86,7 Prozent erhöht. Die eindrucksvollen Meeresschildkröten, deren größte Art bis zu 700 Kilogramm auf die Waage bringen kann, kommen an der Küste verschiedener Bundesstaaten Brasiliens vor.

Dass sich die Bestände wieder erholen, ist unter anderem dem Projekt Tamar zu verdanken, das vor 35 Jahren ins Leben gerufen wurde. Bei diesem wird nicht nur auf den Schutz der Eiablage-Stellen am Strand gesetzt, sondern ebenso auf die Umwelterziehung. Erarbeitet wurden zudem verschiedene Techniken, um die Zahl der aus den Eiern schlüpfenden Schildkröten zu erhöhen.

Der Einsatz hat sich gelohnt. Wurden in den ersten fünf Jahren des Bestehens des Projektes 83.000 Jung-Schildkröten registriert, waren es zwischen 2010 und 2014 etwa 8,4 Millionen. Die Zahl der erwachsenen Weibchen wird indes auf 20.000 geschätzt.

Entwarnung kann laut Marcovaldi noch nicht gegeben werden. Er sieht die Bestandserhöhung vielmehr als ein Signal zur Verbesserung. Die Arten hätten jedoch lediglich die Intensivstation verlassen, sagt er. Bis zur endgültigen Genesung sei es indes noch ein weiter Weg. Marcovaldi geht davon aus, dass noch mindesten weitere 35 Jahre notwendig sind, bis die fünf Arten tatsächlich von der Roten Liste der bedrohten Tierarten gestrichen werden können.


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