São Paulo: 56 Diebstähle pro Stunde

Veröffentlicht am 8. Juni 2015 unter Brasilien News

pickpocket

Geldbörsen in der Hosentasche sind eine leichte Beute

In São Paulo werden beinahe jede Minute Handy, Geldbeutel, Uhren oder andere Dinge geklaut. Von Januar bis April diesen Jahres sind bereits über 162.000 Diebstähle registriert worden. Dennoch wird vom Sekretariat für öffentliche Sicherheit São Paulos ein Erfolg vermeldet. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr seien die Diebstähle um 9,32 Prozent gesunken, heißt es.

Dass die Zahl der Diebstähle von 62 auf 56 pro Stunde gesunken ist, wird von der Polizei nicht nur auf verstärkte Kontrollen zurückgeführt, sondern ebenso auf die Einhaltung einfacher Sicherheitsmaßnahmen. Vor allem dort, wo Gedränge herrscht oder oder viele Menschen sind, haben die Kriminellen oft auch ein leichtes Spiel.

Ein Beispiel ist die berühmte Einkaufsmeile São Paulos, 25 de Março. Allein am Freitag (5.) vor der Gay-Parade in der Megametropole sind dort über eine Millionen Menschen auf der Schnäppchenjagd unterwegs gewesen. So manchem kam dabei die Unaufmerksamkeit teuer zu stehen.

Geldbörsen in der Hosentasche oder das Handy in der Hand sind eine leichte Beute. Geraten wird auch dazu, den Rucksack nicht auf dem Rücken, sondern vor der Brust zu tragen, Taschen quer umzuhängen und auf teuren Schmuck und Uhren zu verzichten.

Neben den 162.644 Diebstählen wurden im Bundesstaat São Paulo in den ersten vier Monaten des Jahres ebenso 103.048 Raubüberfälle gezählt, 2014 waren es über 106.000. Abgenommen hat auch die Zahl der Morde und der Raubüberfälle mit Todesfolgen. Sie sind um 9,11 und 15 Prozent gesunken. Erschreckend hoch ist die Zahl der Vergewaltigungen, die mit 3.166 angegeben wird, gegenüber 3.598 im ersten Vierteljahr 2014.

Von Januar bis April sind zudem 65.894 Fahrzeuge geklaut oder gewaltsam entwendet worden, 2014 waren es allerdings 78.330. Gestiegen sind indes Banküberfälle und der Raub von Frachtgut. Bei letzterem wurden in vier Monaten 3.133 Fälle verzeichnet. Wobei Nahrungsmittel an der Spitze stehen, gefolgt von Kleindung und Elektrogeräten.