Größtes Street-Dance-Festival der Welt erobert Bühnen ehrwürdiger Theater Rio de Janeiros

Veröffentlicht am 4. Juni 2015 unter Brasilien News

rio h2kWas in den Straßen der ärmeren Viertel und den Favelas begonnen hat, hat die Bühnen der ehrwürdigen Theater erobert, auch die Rio de Janeiros. Dort findet diese Woche das weltweit größte Street-Dance-Festival statt. Über 250 Tänzer aus 18 Ländern zeigen in verschiedenen Einrichtungen der Stadt ihr Können. Nicht nur für die Zuschauer ist einiges geboten.

Für die Freunde des Tanzes und die Menschen stehen etliche Evente auf dem Programm, die sich um Hip Hop, Break-Dance, passinho und andere Street-Dance-Formen drehen.

Zum fünften Mal findet das ”Festival Internacional de Danças Urbanas Rio Hip Hop Kemp” bereits statt. Bis zum 7. Juni wartet es mit Workshops, Ausstellungen, Treffen, Shows und Wettkämpfen in verschiedenen Einrichtungen Rio de Janeiros auf, unter anderem im Theatro Municipal. Dort haben schwarze Jugendliche aus den Favelas der Stadt den Auftakt zu dem einzigartigen Spektakel gegeben.

Barfuß, ohne Hemden aber mit Bermuda und Schildkappe bekleidet haben sie zu einer frenetischen Mischung verschiedener Rhythmen getanzt und ihr akrobatisches Können gezeigt. Break, Samba, Rio-Funk, Axé und Frevo gaben dabei den Ton an.

Von den Organisatoren wird die Tatsache gefeiert, dass Randgruppen es geschafft haben, die ehrwürdige Bühne des Theatro Municipal zu erobern. „Na Batalha“ nennt sich die Gruppe der schwarzen Jugendlichen, die mit ihrem „passinho“ das Publikum begeistert hat.

Während sie mit ihrem passinho, dem akrobatischen Straßentanz, zunächst die Mädchen und anderen Jugendlichen der Favela bei den bailes funk beeindruckt haben, ist daraus mittlerweile eine Kunst geworden, für die sie täglich trainieren.

Hinter dem passinho verbirgt sich aber mehr als Körperbeherrschung und Tanz. Bei ihrem Auftritt haben sie vielmehr ebenso die Themen angesprochen, die im Alltag der Favelas präsent sind, wie Drogen, polizeiliche Gewalt und der kaum vorhandene Arbeitsmarkt.

Getanzt wird nicht nur auf den Bühnen. Bis zum Sonntag geben verschiedene Gruppen ebenso auf den Straßen, Plätzen und in den Metrostationen Vorführungen.