Nationalbibliothek stellt fotografische Schätze online

Veröffentlicht am 20. Mai 2015 unter Brasilien News

rio-1905

A. Ribeiro. Urca e Pão d’Assucar. c. 1905. Rio de Janeiro

Auf einen Spaziergang durch die Geschichte Brasiliens können sich ab sofort Internauten aus der ganzen Welt begeben. Möglich ist dies mit über 2.000 historischen Fotos aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die von der Nationalbibliothek des Landes digitalisiert worden sind. Mit dabei sind ebenso 3D-Aufnahmen aus der Jahrhundertwende. Zu sehen sind die fotografischen Schätze nun in hochauflösender Form auf dem “Portal Brasiliana Fotográfica”.

Heute kaum mehr vorstellbar ist, dass die Avenida Paulista im Herzen der São Paulo einst eine Allee, gesäumt von Feldern und nur wenigen Häusern war. Während heute dort das hektische Treiben der Megametropole den Takt angibt, strahlt das Foto aus dem Jahr 1902 eine ungeahnte Ruhe aus. Eine andere Aufnahme zeigt eine Heerschar von Menschen, die 1888 die Unterzeichnung des Lei Áurea durch die Prinzessin Isabel gefeiert haben, mit dem die Sklaven Brasiliens ihre Freiheit erhalten haben und das Sklaventum verboten wurde.

Eingescannt wurde die ebenso die fotografische Sammlung von Dom Pedro II. Ein weiterer Höhepunkt ist eine Serie von Stereoskopien, 3D-Aufnahmen, die von Revert Henry Klumb erstellt wurden, dem privaten Fotografieprofessor Prinzessin Isabels. Sie zeigen unter anderem Rio de Janeiro und den Kaiserpalast in Petrópolis. Wer sich auf dem Portal registriert, kann seine Lieblingsfoto aus dem digitalen Archiv in den sozialen Netzwerken teilen.

Der Großteil der Fogografien zeigt Städte, Landschaften, Plätze, Straßen und Gebäude aus der Zeit vor hundert Jahren und mehr aus ganz Brasilien. Aber auch Abbildungen von der kaiserlichen Familie, den Bewohnern der Städte, des Landes und den Indios sind von der Stiftung der Nationalbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Institut Moreira Salles online gestellt worden.

Das Projekt beschränkt sich jedoch nicht nur auf Arbeiten aus den Archiven der beiden Institutionen. Vielmehr ist es ebenso offen für eine Beteiligung weiterer Einrichtungen aus dem In- und Ausland, wie es in einer Veröffentlichung der Regierung heißt. Geplant ist ebenso, Kuratoren von anderen Institutionen für die Erarbeitung weiterer Galerien und Kommentare einzuladen.