Seltene Papageienart vor dem Aussterben gerettet

Veröffentlicht am 12. Mai 2015 unter Brasilien News

Anodorhynchus leariMit seinem kobaltblauen Federkleid ist der Lear-Ara (Anodorhynchus leari) wohl einer der schönsten Vögel Brasiliens. Allerdings ist er vom Aussterben bedroht. Durch den Einsatz einer Nichtregierungsorganisation ist es nun jedoch gelungen, seinen Bestand in der Natur wieder zu erhöhen. Durch den gezielten Schutz ist ihre Zahl in den vergangenen zehn Jahren von 400 auf fast 1.300 angestiegen.

Weltweit kommt die Lear-Ara lediglich in der trockenen Caatinga im Nordosten des brasilianischen Bundesstaates Bahia vor. Die Jagd und der illegale Tierhandel haben die seltene Papageienart jedoch nahezu zum Aussterben gebracht – bis vor gut 20 Jahren die Stiftung Biodiversitas sich ihrem Schutz angenommen hat. 1993 hat sie dazu 130 Hektar Land in der Nähe der Stadt Canudos erworben und die biologische Station Canudos (Estação Biológica de Canudos) eingerichtet.

Die Region ist von felsigen Steinwänden geprägt, in denen die Lear-Ara ihre Schlaf- und Nistplätze haben. Im Jahr 2007 konnte das Gebiet mit Hilfe der American Bird Conservancy auf 1.495 Hektar erweitert werden.

Mittlerweile hat die Organisation ihren Landbesitz, die Steilwände der Region Toca Velha, in ein privates Schutzgebiet umgewandelt, das mit Hilfe von Mitarbeitern streng bewacht wird. Darüber hinaus werden die Nistplätze kartiert, die Jungvögel untersucht und beringt sowie Forschungsarbeiten durchgeführt. Mit Informationen und Aufklärungsmaßnahmen wird ebenso die Bevölkerung in das Projekt integriert. Auch wird versucht, die Bevölkerung der Umgebung zum Erhalt und zur Pflanzung der Licuri-Palme anzuregen, von deren Früchten sich der 70 bis 75 cm große Lear-Ara vor allem ernährt.

Vor zwei Jahren hat die Stiftung Biodiversitas ebenso eine Anlage errichtet, in der Vogelliebhaber übernachten können. Bei dem Besuch des Schutzgebietes erwartet sie allerdings mehr als nur die Gelegenheit den seltenen Papagei zu sehen. Neben der Lear-Ara wurden in der Station bereits über 180 weitere Vogelarten registriert.