Studie zeigt: über 52 % der Brasilianer sind zu dick

Veröffentlicht am 17. April 2015 unter Brasilien News

obese woman trying to close the buttons of her jeansMehr als die Hälfte aller Brasilianer ist zu dick. Nach einer am Mittwoch vom Gesundheitsministerum vorgelegten Studie bringen 52,5 Prozent der Erwachsenen mehr Gewicht auf die Waage, als sie eigentlich sollten. Vor neun Jahren waren es noch knapp zehn Prozent weniger. Kaum Veränderungen gibt es indes bei der Zahl der stark Übergewichtigen, die seit drei Jahren etwa bei 17,9 Prozent liegt.

Zur Studie Vigitel (Überwachung der Risikofaktoren und Schutz vor chronischen Krankheiten) sind in den Hauptstädten der 26 Bundesstaaten und des Hauptstadtdistrikts Brasiliens 40.853 Männer und Frauen über 18 Jahre zwischen Februar und Dezember 2014 telefonisch befragt worden. Die Ergebnisse davon hat das brasilianische Gesundheitsministerium am Mittwoch (15.) vorgestellt. Danach überschreiten 56,5 Prozent der Männer und 49,1 Prozent der Frauen ihr Idealgewicht. Die Studie zeigt ebenso, dass die Brasilianer mit zunehmenden Alter auch an Gewicht zunehmen.

Während das Idealgewicht von 31 Prozent der 18- bis 24-Jährigen überschritten wird, sind es bei den 35- bis 44-Jährigen 58,6 Prozent und bei den 55- bis 64-Jährigen sogar 61,8 Prozent. Eine Rolle scheint ebenso die schulische Laufbahn zu spielen. So zeigt die Studie, dass von diejenigen mit weniger als acht Schuljahren 58,9 Prozent zu schwer sind, während bei denjenigen, die mindestens zwölf Schuljahre vorweisen können lediglich 45 Prozent ihr Idealgewicht sprengen.

Immerhin betreiben mittlerweile immer mehr Brasilianer eine sportliche Aktivität. Von den Befragten haben 35,3 Prozent angegeben, pro Woche mindestens 2,5 Stunden dem Sport zu widmen. Im Jahr 2009 waren es nur 29,9 Prozent. 15,4 Prozent räumten allerdings ein, sich in den vergangenen drei Monaten kein einziges Mal sportlich betätigt zu haben. Insgesamt räumt das Gesundheitsministerium ein, dass knapp die Hälfte aller Brasilianer sich zu wenig bewegt. Von den über 18-Jährigen sind 48,7 Prozent inaktiv oder betätigen sich nicht ausreichend.

Auch bei den Ernährungsgewohnheiten der Brasilianer muss sich noch einiges ändern. Bei nur 36,5 Prozent der Befragten kommt mindestens fünfmal in der Woche Gemüse auf den Tisch. Noch schlechter sieht es aus, wenn die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Verzehr von Gemüse, Salaten und Obst beachtet werden. Weniger als ein Viertel der brasilianischen Bevölkerung nimmt die täglich empfohlenen 400 Gramm zu sich.