Eine biologische Uhr lässt Pilze in der Dunkelheit leuchten

Veröffentlicht am 28. März 2015 unter Brasilien News

Wissenschaftler haben entdeckt, dass in Brasilien heimische Pilze, die nachts leuchten – ein Phänomen, das Bio-Lumineszenz genannt wird – eine innere, so genannte “biologische Uhr“ besitzen, so wie die der Menschen. Diese Organismen können den Tag von der Nacht unterscheiden, und sie regulieren ihr Verhalten dementsprechend.

Man hat diese Eigenschaft während der Studien an leuchtenden Pilz-Exemplaren entdeckt, die von Professor Cassius Stevani geleitet wurden, assoziiert mit dem Chemischen Institut der Universität von São Paulo (USP).

Professor Stevani entdeckte, dass bestimmte Exemplare des Pilzes N. gardneri während des Tages Energie einsparten, um dann während der Nacht intensiv zu leuchten.

Cassius Stevani

Ein Hypothese für das “Motiv“ dieses Leuchtens, wäre, dass diese “Technologie“ dazu dienen könnte, Insekten und Spinnentiere anzulocken, um dem Pilz zu helfen, seine Sporen zu verbreiten.

Stevani untersucht die Aussendung von Licht durch Pilze seit dem Jahr 2002. Er hat bereits 12 unterschiedliche Spezies leuchtender Pilze beschrieben, die in Wäldern des Atlantischen Regenwaldes, Amazoniens und sogar im Cerrado gefunden werden können. Und es gibt auch ausserhalb Brasiliens entsprechende Exemplare.

Sein Ziel ist es, die Produktion dieser natürlichen Lumineszenz zu verstehen, einen chemischen Prozess, durch den auch Tiere, wie der Leuchtkäfer und die Qualle Licht über ihre Zellen aussenden.

Proteine der Bio-Lumineszenz wurden bereits appliziert, um neue Medikamente zu entwickeln und sie helfen, die Funktion der lebenden Zellen zu verstehen.

Im Fall der Luminosität der Pilze könnte ein Verstehen des Prozesses – ausser den bereits erwähnten Möglichkeiten – zur Schaffung von Indikatoren für die genetische Forschung beitragen.

Die Forschungsergebnisse wurden in der online Version der Fachzeitschrift “Current Biology“ veröffentlicht, die zu den Publikationen der Gruppe Cell gehört. Die Forschungen wurden von Wissenschaftlern der Universitäten von São Paulo (USP), São Carlos (Ufscar) und der “Dartmouth School of Medicine“, in den USA, geleitet.