“Wir wollen, dass kein einziges brasilianisches Kind ausgenutzt wird”, sagt die Ministerin für Menschenrechte

Veröffentlicht am 7. Februar 2015 unter Brasilien News

videoDie Ministerin für Menschenrechte, Ideli Salvatti, und der Minister für Tourismus, Vinicius Lages, setzten sich an diesem Freitag (06.02.) mit Usern des ganzen Landes in Verbindung, um die Karnevals-Kampagne für das “Ende der Gewalt gegen Kinder und Jugendliche 2015“ zu promovieren.

Unter dem Thema “Wende Dich nicht ab. Pass auf. Denunziere. Schütze unsere Kinder und Jugendlichen vor Gewalt”, ruft die Kampagne alle auf, wachsam zu sein und auf jedwede verdächtige Situation während der Karnevalstage zu achten.

Ideli Salvatti wies auf zwei Werkzeuge hin, die entwickelt wurden, um jedweden Verdacht auf Gewalt zu registrieren: Die Telefonnummer 100, die ununterbrochen, 24 Stunden zur Verfügung steht und auch anonyme Anrufe aufzeichnet, und ein App für iPhone und Handy mit Android-System “Proteja Brasil“, durch das der Denunziant über die nächste Polizei-Dienststelle informiert wird, um dort seine Denunzierung in die Wege zu leiten.

“Für den Fall, dass ihr Zweifel habt, ob dem Kind tatsächlich Gewalt angetan wird, wählt die Nummer 100, und der Fall wird untersucht. Wir wollen verhindern, dass kein brasilianischer Junge oder Mädchen ausgenutzt wird“ sagte Ideli.

Der Minister für Tourismus, Vinicius Lages, führte das Programm „Erhaltender Tourismus und Kindheit“ an, das 2004 in der Absicht geschaffen wurde, die zivile Gesellschaft und die Berufsgruppen des Sektors, wie Kellner, Taxifahrer und Repräsentanten der Hotelketten, für Strategien zur Verhütung und zur Einschreitung gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus zu sensibilisieren.

“Wir beziehen Hotels, Bars und Restaurants, sowie verschiedene andere Einrichtungen des touristischen Sektors in diese Kampagne mit ein, um die sexuelle Ausbeutung zu denunzieren. Alle Touristen werden erfahren, dass Brasilien gegen dieses Verbrechen zu Felde zieht“, bestätigte der Minister.

Vinicius Lages erinnerte daran, dass sämtliches Material zur Mobilisierung dieser Kampagne bereits zum Download zur Verfügung steht – inklusive der Plakate, die in den genannten Einrichtungen aufgehängt werden. “Wir sehen uns gezwungen, diese Kampagne zu intensivieren wegen der Millionen von Touristen, die uns besuchen und die Gelegenheit wahrnehmen, unsere Kinder und Jugendlichen zu verführen, so dass sie zu Opfern schlechter Behandlung, Ausbeutung und Gewalt werden“, ergänzte Lages.

“Der Tourist quartiert sich in einem Hotel ein, isst im Restaurant, er nimmt ein Flugzeug oder ein Taxi – und er sieht unsere Plakate und erfährt, dass Gewalt in unserem Land verboten ist. Und wenn er dem zuwider handelt, unsere Kinder ausbeutet und ihnen Gewalt antut, so wird er bestraft“, sagte Ideli Salvatti.

Zahlen

Nach Daten der Landesregierung wurden fast eine halbe Million Denunzierungen von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in den letzten vier Jahren in Brasilien registriert.

Diese Denunzierungen werden an die Vormundschaftseinrichtungen und an die Zivil- und Militärpolizeisstellen weitergeleitet. Die operativen Zentren der Staatsanwaltschaft für Kinder und Jugendliche werten die Angaben aus und geben sie weiter an Staatsanwaltschaft für Jugendliche.

Während der Fussball-WM wurden die meisten Vorkommnisse per Handy, mittels des App “Proteja Brasil“ weitergegeben. Es wurden mehr als 14.000 Downloads auf den Plattformen App Store und Android registriert und 642 Direktanrufe durch dieses Werkzeug während der Tage der WM 2014.

Was die Nummer 100 betrifft, so wurden 2014 dort 91.342 Denunzierungen registriert, die eine Verletzung der Grundrechte von Kindern und Jugendlichen betrafen, die Angaben reichten von Vernachlässigung über psychologische und physiche Gewalt bis zu sexueller Ausbeutung.