Brasilien will Windenergie stärker ausbauen

Veröffentlicht am 26. Januar 2015 unter Brasilien News

Windrad - OffshoreAngesichts der niedrigen Wasserstände in den Stauseen könnte die Windenergie in Brasilien künftig eine wichtigere Rolle spielen. Nach Angaben der brasilianischen Vereinigung für Windenergie soll sich der mit Hilfe des Windes produzierte Strom bis zum Jahresende auf 9,8 Gigawatt nahezu verdoppeln. Ein Problem ist allerdings der Anschluß an das Leitungssystem. Die Bauarbeiten dazu verzeichnen in 60 Prozent der Fälle Verzögerungen.

Nach Angaben der Energieaufsichtsbehörde Aneel beträgt der Anteil der Windkraft an der produzierten Energie Brasiliens derzeit etwa 3,5 Prozent. Dass das Potential wesentlich höher ist, darüber sind sich die Experten einig. Theoretisch könnte in Brasilien nahezu der ganze Energiebedarf mit Hilfe des Windes abgedeckt werden, sagen sie. Nach dem Zehnjarhesplan zum Ausbau des Energiesektors soll der Anteil der Solar- und Windenergie bis 2023 allerdings nur sanfte acht Prozent wachsen. Dennoch wird davon ausgegangen, dass der Anteil der Windkraft in den nächsten drei Jahren schon auf zehn Prozent steigen wird.

Schon 2014 hat sich die Kapazität von 2,2 Gigawatt auf 4,9 Gigawatt verdoppelt. Darüber hinaus hat die brasilianische Entwicklungsbank allein für 2015 bereits die Finanzierung von 22 neuen Windparkanlagen im Wert von umgerechnet 565 Millionen Euro zugesichert. Sie sollen etwa 590,4 Megawatt Strom erzeugen. Die Vereinigung für Windenergie geht indes davon aus, dass sich die Kapazität bis Ende 2015 auf 9,8 Gigawatt erhöhen wird. Gebaut werden die alternativen Anlagen vor allem im Nordosten Brasliens. Etwas mehr als 30 Prozent der Windenergie Brasiliens wird beispielsweise im nordöstlichen Bundesstaat Rio Grande do Norte produziert.

Eins der großen Probleme ist allerdings die Energieübertragung. Während die Windräder schnell aufgestellt sind, fehlt oft der Anschluß an das Leitungsnetz. Nach Angaben der Aneel hinken die Arbeiten für den Anschluß an das Leitungsnetz um 60 Prozent hinterher. So existieren Windkraftanlagen, die längst schon Strom produzieren könnten, dies aber nicht tun, weil das notwendige Leitungssystem dazu noch nicht erstellt worden ist.