Luftqualität Rio de Janeiros und São Paulos lassen zu wünschen übrig

Veröffentlicht am 16. Januar 2015 unter Brasilien News

In São Paulo und Rio de Janeiro hat sich bei der Luftqualität seit 2004 nicht viel getan. Nach einer neuen Studie ist die Verschmutzung mit feinen Staubartikeln auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahrzehnt. Forscher sehen darin einen positiven Aspekt. Immerhin habe sich der Anteil der schädlichen Feinstaube nicht erhöht, obwohl die Anzahl der Kraftfahrzeuge stark gestiegen sei.

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Noch im Jahr 2004 waren auf den Straßen Brasiliens überwiegend ältere Fahrzeuge unterwegs. Längst ist die Frotte durch Neuwagen ersetzt, die weniger Schadstoffe ausstoßen. Allerdings ist ihre Zahl in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Verbessert wurde jedoch ebenso die Qualität des brasilianischen Diesels, dessen Schwefelgehalt 2011 verringert worden ist. Für das Benzin gelten ab diesen Januar strengere Regeln.

Festgestellt wurde mit dem Projekt “Fontes” ebenso, dass es bei der Luftqualität zwischen São Paulo und Rio de Janeiro kaum Unterschiede gibt. Das gilt zumindest für den gesundheitsschädlichen Feinstaubanteil. Darüber hinaus wird konstatiert, dass sich Luftqualität innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte bewegt. Aufatmen können die Bewohner São Paulos und Rio de Janeiros dennoch nicht wirklich. Während von der Weltgesundheitsorganisation WHO für die Feinpartikel in der Luft ein Grenzwert von maximal zehn Mykrogramm pro Kubikmeter gilt, liegt der Wert in Brasilien bei 20 µg/m³.

Die Forscher sind jedoch zuversichtlich, dass bis 2024 auch in São Paulo und Rio de Janeiro der niedrigere Wert der WHO erreicht werden kann. Notwendig sei lediglich eine stärkere Kontrolle zur Einhaltung der Gesetze. Oft werde ein alter Wagen, der nicht mehr den Umweltvorschriften entspricht von den Kontrollorganen deshalb nicht aus dem Verkehr gezogen, da seine Entsorgung teurer sei, als sein Wert. Gäbe es eine stärkere Überwachung und ein rigoroseres Einschreiten, könnte schnell eine bessere Qualität erreicht werden, heißt es.

Beteiligt sind an dem Projekt “Fontes“ neben der Katholischen Universität Rio de Janeiros (PUC-RJ), die Universität São Paulos, das Forschungszentrum der Petrobras sowie verschiedene Institute.