Sparwille: Brasilianischer Gouverneur kürzt eigenes Gehalt

Veröffentlicht am 3. Januar 2015 unter Brasilien News

ReinaldoWenn es ums Sparen geht, denken nur wenige Politiker daran, ihren eigenen Gürtel enger zu schnallen. Nicht so Reinaldo Azambuja. Der Gouverneur des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso do Sul will sein Gehalt um die Hälfte kürzen, wie er zum Erstaunen Vieler bei seinem Amtsantritt am 1. Januar angekündigt hat. Theoretisch stehen ihm monatlich umgerechnet etwa 10.800 Euro zu.

Etliche der 27 Gouverneure Brasiliens haben beim Antritt ihres Mandats am 1. Januar von notwendigen Sparmaßnahmen gesprochen. Soweit wie der 51-jährige Agro-Unternehmer und Politiker Reinaldo Azambuja ging jedoch keiner. Der will nicht nur bei sich selbst sparen. Wie er verlautbarte, soll ebenso der Verwaltungsapparat des Bundesstaates Mato Grosso do Sul schlanker werden. Auch damit schwimmt er gegen den Strom.

Auf Bundesebene gab es noch nie so viele Ministerien wie unter Präsidentin Dilma Rousseff, die erst unlängst die 39 Minister ihrer Regierung benannt hat. Auch bei den Diäten wollen die Bundesabgeordneten nichts vom Sparen wissen. Mitte Dezember haben sie mehrheitlich eine Erhöhung ihrer Diäten beschlossen. Danach sollen die Parlamentarier statt wie bisher umgerechnet etwa 8.900 Euro künftig 11.250 Euro erhalten, was einer Erhöhung von über 26 Prozent entspricht.

Die 39 Minister der Regierung, der Vize-Präsidenten und die Präsidentin Dilma Rousseff sind von der Regelung ausgeschlossen. Für sie wurde vom Präsidialamtsminister immerhin eine kleinere Erhöhung vorgegeben und eine Diätenanpassung auf monatlich umgerechnet etwa 10.311 Euro angesetzt. Das „salário mínimo“, der Mindest-Grundlohn der brasilianischen Arbeitnehmer, wurde hingegen lediglich um neun Prozent angehoben und auf umgerechnet etwa 260 Euro im Monat festgelegt. Das Durchschnittseinkommen der Brasilianer liegt laut dem statistischen Amt IBGE bei umgerechnet etwa 560 Euro. Damit verdienen die Parlamentarier, ohne ihre zusätzlichen Abschläge und Vergünstigungen mit einzubeziehen, etwa 20 mal mehr als der durchschnittliche Arbeitnehmer.