Brasilien: Projekt zum Schutz der Meeres-Schildkröten zeigt Erfolge

Veröffentlicht am 8. Oktober 2014 unter Brasilien News

schildkroeteDas brasilianische Programm zum Schutz der Meeresschildkröten (TAMAR) zeigt Wirkung. Neueste Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Bestände von drei der fünf Arten, die an der Küste Brasiliens ihre Eier ablegen, langsam erholen. Auch jetzt sind wieder tausende von Forschern, Studenten und freiwilligen Helfern unterwegs, um die Schildkröten zu beobachten und deren Nester zu überwachen. Gerechnet wird damit, dass in der Saison 2014/2015 etwa zwei Millionen Schildkrötenbabys schlüpfen werden.

Seit über drei Jahrzehnten sind Forscher und Helfer für das Projekt TAMAR aktiv. Zwischen dem nordöstlichen Bundesstaat Ceará und dem südlichen Santa Catarina betreuen sie 1.100 Kilometer Küste in insgesamt 25 verschiedenen Regionen. In einigen Bundesstaaten Brasiliens hat die Schildkröten-Saison bereits im September angefangen. Manche der Weibchen legen dabei tausende von Kilometer zurück, um ihre Eier an dem Strand einzugraben, wo sie selbst geboren wurden. Die meisten Eier werden zwischen November und Januar abgelegt, während die meisten Jungen bis zum März schlüpfen.

Bedroht sind die Meeres-Schildkröten vor allem durch die Aktionen der Menschen. Bebaute Küsten, Plastikmüll im Meer, Umweltverschmutzung, die Fischerei, Nestplünderungen und auch das Befahren der Strände mit dem Auto sind einige der Probleme. In manchen Bereichen graben die Projektmitglieder die Eier aus und bringen sie in geschützte Gebiete oder in die TAMAR-Zentren, in anderen markieren und überwachen sie die Nester. Schlüpfen die Jungen, werden sie so manches Mal auch auf ihrem Weg zum Meer von Helfern und auch Touristen begleitet. Neben dem Schutz der Tiere und ihrer Erforschung ist einer der Schwerpunkte auch die Umwelterziehung, die sich sowohl an die Bevölkerung als auch die Touristen richtet.

Mit dem Projekt werden 9.934 Nester der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta), 2.842 der echten Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata), 4.956 der Suppenschildkröte (Chelonia mydas), 8.779 der Oliv-Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea) und 159 der Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) geschützt.