Wahlen in Brasilien sorgen für weltweiten Rekord in sozialen Netzwerken

Veröffentlicht am 6. Oktober 2014 unter Brasilien News

wahlmaschine-redes-sociaisDie Wahlen in Brasilien 2014 gehen in die digitale Geschichte ein. 320 Millionen Interaktionen zu dem Ereignis sind bis zum Sonntag allein im Facebook verzeichnet worden. Noch nie haben so viele Menschen zu einem Wahlereignis in den sozialen Netzwerken Kommentare abgegeben, Fotos oder Mitteilungen gepostet wie in den vergangenen drei Monaten in Brasilien. Geschlagen wurde selbst der Rekord des 1,2 Milliarden Einwohner zählenden Indien.

Bisher hatte der Asiengigant mit seinen über 800 Millionen Wählern den Rekord in den sozialen Netzwerken inne. 227 Millionen Posts und Kommentare wurden dort zu den Wahlen registriert. In Brasilien waren es nun den besagten 320 Millionen Interaktion deutlich mehr. Nach Angaben des Zuckerberg-Unternehmens haben 44 Millionen Internetnutzer ihre Meinungen in der virtuellen Welt kund getan, etwa die Hälfte der in Brasilien registrierten Nutzer. Aktiv waren sie bereits seit dem offiziellen Beginn des Wahlkampfes am 06. Juli. Ein Höhepunkt an Posts wurde jedoch mit 80 Millionen Veröffentlichungen in den letzten zwei Tagen vor der Wahl verzeichnet.

Aktiv waren nicht nur die Wähler. Wie es heißt, sollen Parteien und Kandidaten eigene Teams haben, welche die Stimmung der Wähler in den sozialen Netzwerken beobachten und auswerten, um dann entsprechend zu reagieren. Genutzt haben sie die Internetportale ebenso zur Verbreitung von Propaganda und Kurzvideos. Auch virtuelle Chats mit den Kandidaten, haben das Fieber auf Facebook und Co. weiter angeheizt.

Auch am Wahltag waren die Nutzer mehr als aktiv. Kurz nachdem die ersten Hochrechnungen zur Wahl bekannt gegeben wurden, sprossen schon die ersten Memes in den sozialen Netzwerken, bei denen kaum einer verschont wurde. Gepostet wurden aber auch Selfies in den Wahlkabinen, obwohl dies verboten ist. Sie können dazu dienen, nachzuweisen für wen gewählt wurde, was mit dem Kauf von Stimmen assoziiert wird. Ermittlungen dazu wurden bereits eingeleitet.

Noch ist das Thema nicht abgeschlossen. Es wird erwartet, dass die beiden Kandidaten auf das Präsidentschaftsamt bis zur Stichwahl am 26. Oktober das digitale Netzwerk noch intensiver nutzen werden als vor dem ersten Wahlgang.