Agutis erfolgreich im Nationalpark Rio de Janeiros angesiedelt

Veröffentlicht am 25. September 2014 unter Brasilien News

agutiBiologen in Rio de Janeiro feiern dieser Tage einen kleinen Erfolg. Ihnen ist es gelungen, Agutis im größten städtischen Wald der Welt anzusiedeln. Etwa 40 dieser kleinen und scheuen Nager leben mittlerweile wieder im Nationalpark Tijuca in Rio de Janeiro. Jetzt wird daran gearbeitet, auch den Brüllaffen dort eine neue Heimat zu geben.

Bei Touristen ist der knapp 4.000 Hektar umfassende Nationalpark Tijuca ein beliebtes Ziel. Etwa zwei Millionen Menschen besuchen ihn jährlich, um mitten in der sechs Millionen Einwohner zählenden Stadt die Natur zu genießen. Ursprünglich war die hügelige Fläche des Parkes vom Atlantischen Regenwald bewachsen. Dieser wurde jedoch im 17. und 18. Jahrhundert abgeholzt, bis 1861 Kaiser Dom Pedro II. Schutzmaßnahmen erließ und eine Wiederaufforstung veranlasste. Heute ist der Park Heimat vieler seltener und auch vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Den Agutis wird bei der Verjüngung des Waldes eine wichtige Funktion beigemessen. Ähnlich wie die Eichhörnchen legen die Nagetiere Vorräte an und vergraben Früchte und Nüsse, die oft vergessen werden. Einige Baumarten sind auf diese Keimhilfe sogar angewiesen. Vor fünf Jahren haben die Biologen Universität Rio de Janeiros deshalb mit der Wiederansiedlung der Agutis begonnen. Etwa 20 Tiere wurden nach und nach ausgesetzt. Mit Hilfe von kleinen Sendern und Kameras werden sie nun in ihrem Habitat kontinuierlich beobachtet. Mittlerweile haben sich die Tiere vermehrt. Ziel ist es, für einen Bestand zu sorgen, der sich alleine trägt. Unterstützt wird das Projekt von den Universitäten Rio de Janeiros, der Nationalparksverwaltung, der Stiftung Parkanlagen und Gärten, der Stiftung Rio Zoo und dem Institut Oswaldo Cruz (Fiocruz).

Ab 2015 sollen nun zudem auch erneut Brüllaffen im Nationalpark erneut angesiedelt werden. Entsprechende Tiere, die in anderen Regionen des Landes verletzt oder bei Wilderern sichergestellt wurden, sollen dazu in speziellen Zentren für ihr neues Leben in Rio de Janeiro vorbereitet werden.