Bau neuer Metro-Strecke in Rio de Janeiro fördert archäologische Schätze zu Tage

Veröffentlicht am 12. September 2014 unter Brasilien News

929328-arqueologia-1131Eine wahre Schatztruhe haben die Archäologen in Rio de Janeiro entdeckt. Beim Bau einer neuen U-Bahn-Strecke in den Stadtteilen Leblon und Ipanema sind dort bereits 1.800 Fundstücke aufgetaucht. Sie stammen zwar lediglich aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dennoch erhoffen sich die Archäologen von ihnen weitere Aufschlüsse über die Siedlungsgeschichte Rio de Janeiros und die Lebensumstände in der damaligen Zeit.

Porzellan, Teller, Schüsseln, Löffel, Gläser und sogar Schienenteile von der Straßenbahn, die ab 1902 in den Stadtvierteln Rio de Janeiros zum Einsatz gekommen ist. Die meisten Fundstücke stammen aus der Zeit, als die heutigen Nobelviertel Leblon und Ipanema noch mit landwirtschaftlichen Anwesen bestückt waren.

Begonnen haben die Archäologen schon im Januar 2013 mit der Betreuung der Bauarbeiten zur Metro. Seitdem reißen die Funde nicht ab. Einige der Fundstücke wie Geschirr und Glasflaschen haben die vergangenen hundert bis 200 Jahre sogar intakt unter der Erde überstanden. Selbst Nachttöpfe wurden gefunden. Manche von ihnen gelten dabei als besondere Glückstreffer, da sie von ihren ehemaligen Benutzern scheinbar nicht ausgeleert worden sind. So enthalten einige der Nachttöpfe organisches Material, das nun von der Oswaldo-Cruz-Stiftung (Fiocruz) analysiert werden soll. Die Forscher erhoffen sich dadurch Auskünfte über mögliche Krankheiten der damaligen Zeit. Rätsel gibt indes noch eine Glasampulle auf, die eine eine durchsichtige und bisher nicht identifizierte Flüssigkeit enthält.

Die Forscher gehen davon aus, dass sie bis zur Fertigstellung der Metrostrecke im Jahr 2016 noch weitere Funde machen werden. Unter anderem hoffen sie dabei auf Spuren aus der Zeit bevor Christoph Columbus am amerikanischen Kontinent gestrandet ist. War das Gebiet doch bis ins 16. Jahrhundert hinein von den Indios der Ethnien Jaboracyá und Kariané besiedelt. Möglich sei es deshalb, auch auf indigene Grabstätten oder Reste von Indiosiedlungen zu stoßen, wie die Archäologen erklären.