Maßnahmen bei Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zeigen Wirkung

Veröffentlicht am 5. September 2014 unter Brasilien News

patroulha-leiIn Brasilien werden alle zwei Minuten fünf Frauen Opfer von Gewalt. Um dem entgegenzuwirken, haben einige Städte und Bundesstaaten spezielle Polizei-Kontrollen eingerichtet, die anscheinend auch Wirkung zeigen. Im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul sind nach jüngsten Statistiken die Gewalttaten gegen Frauen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits um 13 Prozent gesunken, während in anderen Regionen Brasiliens Zunahmen verzeichnet wurden.

Um die Gewalt gegen Frauen einzudämmen wurden unter anderem eigene Abteilungen für Frauen bei den Polizeistationen, Frauenhäuser und der Frauennotruf eingerichtet, bei dem 2013 über 530.000 Anrufe eingegangen sind. Beklagt wird jedoch, dass in vielen Fällen die Schutzmaßnahmen für betroffene Frauen nicht ausreichend sind. In verschiedenen Städten wie auch in Curitiba und São Paulo wurden deshalb spezielle Patrouillen eingerichtet, die „patrulhas Maria da Penha“. Der Name ist an das Frauenschutzgesetz „Maria da Penha“ angelehnt. Er wurde dem Gesetz in Ehrung an die Biopharmazeutin Maria da Penha Maia Fernandes verliehen, die aus eigener Gewalterfahrung heraus vor der Organisation der Amerikanischen Staaten ihre Rechte eingeklagt hat.

Die Streifen setzen sich aus jeweils zwei Polizisten oder städtischen Ordnungskräften zusammen, ein Mann und eine Frau. Sie kontrollieren nicht nur die Umgebung von unter Schutz stehenden Frauen, sondern beraten und betreuen diese ebenso, sind bei der Aufklärung der Bevölkerung aktiv und führen ebenso Streifen in anderen Stadtvierteln durch, die durch hohe Zahlen bei Gewalttaten gegen Frauen oder häuslicher Gewalt auffallen. Im Bundesstaat Rio Grande do Sul konnte seit der Einführung dieser Streifen Anfang des Jahres in 16 Städten die Rate bereits durchschnittlich um 13 Prozent gesenkt werden.

In São Paulo und Rio Grande do Sul soll nun zusätzlich eine Smartphone-App an bedrohte Frauen ausgegeben werden. Bei Gefahr können sie damit „per Knopfdruck“ Hilfe anfordern, wobei ihr Aufenthaltsort automatisch übermittelt wird.