Brasilien weiterhin Vorbild in Sachen Nichtraucherschutz

Veröffentlicht am 13. August 2014 unter Brasilien News

524017692_2a60bca09aWährend sich die Politik in Europa erst in den letzten Jahren zunehmend darum bemüht, Raucher zum aufhören zu bewegen, ist das Thema in Brasilien ein alter Hut. Das ist umso erstaunlicher, gehört der Staat laut einer Statistik von Statista doch zu den größten Exporteuren von Rohtabak.

Brasilien liefert nicht nur Rohtabak, sondern ist auch ein wichtiger Handelspartner für Tabakerzeugnisse, vor allem für Zigarren. Brasilianische Tabakerzeugnisse sind in Europa nach wie vor beliebt und mittlerweile auch über Online-Shops wie Noblego.de erhältlich. Doch Brasilien selbst ist auf dem besten Weg, das größte rauchfreie Land der Welt zu werden. Der Grund dafür sind die strengen Tabakverordnungen.

Bereits seit 1996 informieren in Brasilien Warnhinweise auf Zigarettenschachteln über die Gesundheitsrisiken des Rauchens, weltweit war es damit das zweite Land, das diese Maßnahme umsetzte. Der nächste wichtige Schritt in Richtung rauchfreies Land war die Einführung von abschreckenden Fotos auf der gesamten Rückseite der Zigarettenschachteln. Hinzu kommt, dass seit 2011 in jeglichen geschlossenen Räumen, seien sie privat oder öffentlich, nicht mehr geraucht werden darf.

Für Brasilien, in dem das Zigarrerauchen in geselliger Runde zum Lebensgefühl gehört wie das Sambatanzen auf dem Karneval, ist dieses Verbot ein gewagter Schritt. Auch in Sachen Tabakwarenwerbung gelten in Brasilien strenge Regeln. In Publikumsmedien und an den Verkaufsorten selbst darf nicht für Tabakprodukte geworben werden. Ein Verstoß gegen diese Verordnungen mit wird hohen Geldstrafen geahndet. Zudem versucht die brasilianische Regierung, die Anzahl der Raucher mit Erhöhungen der Tabaksteuer zu reduzieren.

Laut einem Bericht des EU-Parlaments liegt die Raucherquote in Brasilien bei 15 Prozent – das ist halb so viel wie der europäische Durchschnitt. Um die Zahl der Raucher in Europa dem brasilianischen Niveau anzugleichen, verabschiedete das EU-Parlament in diesem Jahr eine neue Produktrichtlinie mit verschärften Regelungen zum Tabakkonsum. Die Neuregelungen sind am 20. Mai 2014 in Kraft getreten und sorgen in vielen EU-Ländern noch immer für Diskussionen. Vor allem das Vorhaben, Bilder auf den Verpackungen nach brasilianischem Vorbild einzuführen, wird von der Tabakindustrie stark kritisiert. Ob die neuen Tabakrichtlinien Wirkung zeigen und sich der Anteil der Raucher verringert, werden die nächsten Jahre zeigen.